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Neuwagen aus dem Netz: Online informieren, offline kaufen

Im Internet gibt es alles - auch nach neuen Autos muss man nicht lange suchen. Viele Portale werben mit satten Rabatten für alle Marken. Wie funktionieren die Online-Deals? Was ist zu beachten?
Profitieren von Prozenten: Vermittlungsportale im Internet versprechen hohe Rabatte für neue Autos. Foto: Andrea Warnecke

Profitieren von Prozenten: Vermittlungsportale im Internet versprechen hohe Rabatte für neue Autos. Foto: Andrea Warnecke

Bonn. Die Nachlässe klingen verführerisch: 22 Prozent auf einen 2er BMW. Bis zu 30 Prozent auf den Golf 7, und sogar 40 Prozent sollen beim Opel Insignia drin sein. Vermittlungsportale wie Carneoo, Autohaus24 oder MeinAuto versprechen hohe Rabatte für neue Autos.

Allerdings kalkulieren die Anbieter hier oft ein Modell mit einer besonders günstigen Konfiguration. "Wer dann sein persönliches Traumauto zusammenstellt, landet häufig bei deutlich niedrigeren Rabatten", sagt Antje Woltermann vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Aber die Online-Anbieter sorgen für Preisdruck im Kfz-Gewerbe. Denn der Kunde sei dadurch besser informiert denn je. "Die Kunden konfigurieren und rechnen im Internet und gehen dann mit sehr klaren Vorstellungen zu ihrem Händler vor Ort", sagt Woltermann.

Diese Transparenz hält der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen für einen wichtigen Schritt in Sachen Verbraucherfreundlichkeit. "Durch das Internet sind die verdeckten Prämien, die ein Händler vom Hersteller erhält, endlich sichtbar geworden", sagt Dudenhöffer.

Genau genommen geht es bei den gängigen Neuwagenportalen um Anbahnungen. Wer sich dort ein Auto konfiguriert, wird am Ende an einen stationären Händler vermittelt. Denn die Portale selbst verkaufen keine Autos. Für ihre Dienstleistung als Vermittler erhalten sie aber von dem jeweiligen Autohaus eine Provision, ähnlich wie ein Versicherungsmakler. Für den Autokäufer entstehen durch die Vermittlung in der Regel aber keine zusätzlichen Kosten.

Daniela Mielchen, Fachanwältin in der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins, rät jedoch, sich die Geschäftsbedingungen genau anzuschauen. Man sollte immer auf versteckte Gebühren und zusätzliche Kosten achten. "Denn nicht immer ist der Preis, mit dem geworben wird, auch der endgültige Kaufpreis", sagt die Anwältin. Denn gerade durch Zubehör-, Überführungs- oder Lieferkosten könne der Kaufpreis vom Angebot abweichen.

Abstriche in Sachen Garantie oder Qualität muss der Kunde aber nicht machen. "Letztlich landet man ja bei einem niedergelassenen Händler und macht auch mit diesem den Vertrag", sagt Dudenhöffer, "insofern hat man immer auch die vollen Garantieansprüche eines Neuwagens".

Der Live-Eindruck fehlt allerdings: "Stoffe, Oberflächenmaterialien und Lacke lassen sich online sicherlich nicht so gut vergleichen wie am lebenden Objekt", sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa. Beim Vermittlungsportal kann es außerdem passieren, dass der betreffende Händler am anderen Ende von Deutschland sitzt. Dann müssen zusätzlich Zeit und Geld für die Abholung kalkuliert werden. Die räumliche Nähe zum Händler sei nach wie vor ein großer Vorteil.

Das lasse sich auch an den vergleichsweise kleinen Vermittlungsraten der Online-Portale ablesen. "Bei rund 3,2 Millionen Neuzulassungen pro Jahr gehen höchstens 100 000 auf Internet-Vermittlungen zurück", schätzt Woltermann.

Ferdinand Dudenhöffer rät in jedem Fall dazu, die Internetangebote zu nutzen, um besser informiert zu sein. Durch sie sei klar, wie viel Luft tatsächlich nach oben ist. "Mein Tipp: auf jeden Fall online konfigurieren und einen Endpreis ermitteln." Der Händler vor Ort weiß dann, dass er es mit einem gut informierten Kunden zu tun hat.

dpa


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