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Ein Impuls für die Wissbegierigen

"News to use" Ein Impuls für die Wissbegierigen

Allgemeinbildung ist wichtig - im beruflichen wie im privaten Leben. Um ihre Auszubildenden zu fördern, nehmen heimische Unternehmen am Zeitungsprojekt "News to use" teil.

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Martin Cloos (von links), Pinar Erbay und Andrej Miller bei der Zeitungslektüre. Die drei angehenden Industriekaufleute gehören zum ersten Jahrgang, der am Zeitungsprojekt „News to use“ teilnimmt.

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. Warum soll ich eine Zeitung lesen? Gute Frage. Mit Hilfe von Smart-Phones kann jeder Nutzer die gewünschten Informationen sofort auswählen und fast an jedem Ort abrufen. Zudem bieten Radio und Fernsehen ständigen Input. Wieso also Zeitung? Eine Frage, mit der sich seit vergangenem Herbst auch zahlreiche Auszubildende im Landkreis auseinandersetzen. Im Zuge des Zeitungsprojekts „News to use“ lesen die 59 Teilnehmer jeden Tag Zeitung. Der Gedanke, der hinter dieser Aktion steckt, zielt unter anderem darauf ab, die Lese- und Rechtschreibkompetenzen der Azubis zu verbessern. Der sichere Umgang mit der deutschen Sprache ist eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang. Die Ausbildungsbetriebe teilen diese Auffassung und unterstützten ihre Lehrlinge, indem sie die regelmäßige Lektüre ermöglichten.

Im Monats-Rhythmus beantworten die Auszubildenden dann Fragen zu Themen, die in vorangegangenen Zeitungsausgaben behandelt wurden. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt, das auf zwölf Monate ausgelegt ist, von der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Die Ausgaben der Oberhessischen Presse werden seit dem 1. September an die Arbeitsstelle oder Hausadresse der Azubis geliefert - so gelangt die Zeitung auch täglich in die Hände von Pinar Erbay: „Ich war nie ein Fan vom Zeitunglesen. Ich hab das vorher auch nie gemacht“, sagt die 22-Jährige, die derzeit eine Ausbildung bei den Stadtwerken in Marburg macht. Natürlich sei es eine Umstellung gewesen, zu den täglichen Aufgaben am Arbeitsplatz noch intensiv Zeitung zu lesen, sagt sie.

Nach der anfänglichen Findungsphase mit dem regelmäßigen Beantworten der Fragen zu den Artikeln, hat sie das Lesen jedoch für sich entdeckt. Nun erkennt Pinar Erbay auch Vorteile für ihren Job. Die angehende Industriekauffrau ist es gewohnt, häufig in Kontakt mit Mitarbeitern und Kunden zu treten: „Da ist es schon gut, wenn man nicht lange nach Formulierungen suchen muss und sich auszudrücken weiß.“ Martin Cloos, der ebenfalls eine Ausbildung bei den Stadtwerken absolviert, findet es gut, immer informiert zu sein. Besonders über die Dinge, die direkt vor seiner Haustür geschehen: „Ich komme aus Schröck und interessiere mich natürlich für alles was rund um Marburg geschieht“, sagt der 22-Jährige.

Weiterhin gehe es aber auch darum, sich in Themen einzulesen, die ansonsten eher nicht dem eigenen Vorlieben entsprechen, erklärt Azubi Andrej Miller: „Obwohl ich in der Zeitung am liebsten den Sportteil lese, will ich dennoch wissen, was sonst noch so alles in der Welt passiert“. Die Zeitung biete hier einen guten Einstieg in die Themen, sagt Miller, der sich jedoch noch mehr überregionale Themen wünscht. Die Ausbildungsleiterin der Stadtwerke Marburg, Ilona Muth, ist begeistert davon, wie schnell sich das Projekt bei den Azubis durchgesetzt hat. „Prinzipiell finde ich es gut, wenn sich die Auszubildenden mit der Zeitung beschäftigen. Wir haben unseren Teilnehmern relativ freie Hand gelassen und es ist einfach schön zu sehen, wie sie sich in die Sache eingefunden haben“.

Zeitunglesen gehört für die drei Auszubildenden derzeit zum Alltag. Alle können sich vorstellen, diesem Medium auch weiterhin treu zu bleiben. Denn Zeitung informiert sie lokal und bringt ihnen das Weltgeschehen auf den Küchen- oder Arbeitstisch.

von Dennis Siepmann

Hintergrund

  • Betriebe und Verwaltungen, die am „News to use“-Projekt teilnehmen: Pharmaserv GmbH, Stadtwerke Marburg GmbH, Gemeindevorstand Münchhausen, Deutsche Post CSC GmbH, Gemeinde Weimar (Lahn), HOPPE AG, Philipps-Universität Marburg, Dezernat II, Elektroplan Schneider, VR Bank Hessenland, Stadtverwaltung Biedenkopf, Magistrat der Universitätsstadt Marburg, Kanzlei Preusse Friauf Schneider, Gemeindeverwaltung Cölbe, HITZEROTH Druck + Medien GmbH. 
  • Die Ziele: Förderung der Allgemeinbildung, Training der Lesekompetenz, Verständnis für komplexe Sachverhalte und schwierige Zusammenhänge.
  • Infos zum Projekt gibt es bei Franziska Wagner unter 0 64 21 / 409104 oder per Mail an franziska.wagner@op-marburg.de.
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