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Das Interview

Wissensvorsprung durch Anteilnahme

Edwin Braun (73) ist Rentner in Dautphe und passionierter Zuhörer

OP: Vor allen gemeindlichen Sitzungen heißt es „und wir begrüßen den einzigen Zuhörer . . .“ Ist das Fernsehprogramm uninteressant oder warum sind Sie immer dabei?
Edwin Braun: Ich finde das Fernsehprogramm nicht langweilig. Ich schaue mir zwar weniger Krimis an, dafür aber mehr Sendungen mit Volksmusik und über Kultur.
OP: Ob Ausschüsse oder Parlament: Wie viele Sitzungen haben Sie denn schon verpasst?
Braun: Seit zwei Jahren hier in Dautphe keine und davor in Bad Endbach auch keine.
OP: Weshalb sitzen Sie denn dort?
Braun: Um aus erster Hand zu erfahren, was in der Gemeinde geplant wird. Außerdem lernt man die Leute und die Parteien kennen. Denn hier hört man, was wirklich gesprochen wird.
OP: Haben Sie einen Favoriten unter den Parlamentariern?
Braun: Nein, ich bin parteilos und hab’ sie alle lieb.
OP: Die Gemeindevertreter sind also alle ganz brav?
Braun: Es schießt schon mal einer übers Ziel hinaus, aber im Allgemeinen benehmen sie sich ordentlich.
OP: Fehlt Ihnen etwas an einem Sitzungsabend?
Braun: Es sollten mehr Bürger die Sitzungen verfolgen. Die Diskussionen um die Bürgerhäuser oder das vorgesehene Wasserkraftwerk sind sehr interessant. Wenn ich mich mit meinen Freunden und Bekannten unterhalte, habe ich oft einen Wissensvorsprung.

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