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Sprichwörter (IV)

"Wenn's Fett raant..."

Das Glück ist ein eigensinniges Wesen. Es kommt nicht immer zu denen, die es verdient haben. Oder, wie man in Betziesdorf sagt, "Wenn's Fett raant, hunn mer kee Deppche". Heute geht es in der Serie "Mir schwätze platt" wieder um Sprichwörter und Redensarten.

Da ist der Mist am dampfen... Foto: www.pixelio.de

© Günter Havlena

Marburg. Fast gewonnen, das ist schlimmer als gar nicht mitgespielt. So ungefähr lässt sich das Sprichwort "Wenn's Fett raant, hunn mer kee Deppche" beschreiben, das Christel Geisel eingeschickt hat. Ins Hochdeutsche übertragen heißt es schlicht "Wenn es Fett regnet, haben wir kein Töpfchen" - um es aufzufangen, könnte man ergänzen. Sie erklärt das Sprichwort aber mit einer viel schöneren Begebenheit: Sie versuche oft, bei der Sendung "Wer wird Millionär" anzurufen, denn bei der Lösung einer Publikumsfrage kann man 10 000 Euro gewinnen. Nach vielen vergeblichen Versuchen erhielt sie einen Rückruf "Geben Sie Namen und Adresse an, Sie haben..." und dann war der Empfang des Handys weg und damit auch die Gewinnchance.

Dass sich Einsatz nicht immer lohnt, belegt auch die deftige Redewendung "met Eselsferz hot er's gelohnt kricht" - mit Eselsfürzen ist er belohnt worden, also gar nicht. Heinrich Möhl aus Josbach hat diese Redewendung eingeschickt. Leute, die sich für undankbare Dinge einsetzen, können natürlich in Einzelfällen "domm wie Schubmeast" - dumm wie eine Fuhre Mist sein, aber davon ist nicht automatisch auszugehen. Anita Jeske aus Hachborn hat diese schöne Redewendung ausgegraben. Wenn allerdings einer domm wie Schubmeast ist, kann es durchaus vorkommen, dass folgender Spruch von Christel Geisel aus Betziesdorf auf ihn zutrifft: "Met deam es kee stracke Forch ze ärn." - Wörtlich übersetzt bedeutet das, mit dem kann man keine gerade Furche ackern. Im übertragenen Sinn bezeichnet das Sprichwort einen Menschen, mit dem man nicht zusammenarbeiten kann, weil er oft nicht auf dem Boden der Tatsachen steht.

Wir stehen natürlich weiter ganz fest auf dem Boden der Tatsachen und freuen uns über jede Zusendung zur Serie. Per Post unter dem Stichwort "Mir schwätze platt" an die Oberhessische Presse, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg oder per Mail an online@op-marburg.de

von Gabriele Neumann


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