Der Eichelhäher besticht durch seine Wachsamkeit und sein Gefieder.
Marburg. Sein lautes Schreien kündigt Eindringlinge im Wald an. Sein farbiges Gefieder hat Signalwirkung. Der Eichelhäher ist ein besonderer Vogel im Wald. Und im Mittelhessischen hat er auch einen besonderen Namen. Vom "Molgolwes" im Hinterland über den "Maigealwer" in Roth, wie ihn die Brüder Rabenau dokumentieren bis zum "Markolwes". Im letzten Wort steckt die "Mark", das Gebiet, das der Eichelhäher bewacht. Aber der Name kann auch auf eine Spöttergestalt in der mittelhochdeutschen Literatur zurückgehen, wie Professor Heinrich Dingeldein vom Deutschen Sprachatlas in Marburg erklärt. Marcolfus war eine gewitzte Narrengestalt, die in "Salomon et Marcolfus" mit der Weisheit des alttestamentarischen Königs Salomon kontrastierte. Damit hat der Eichelhäher außer dem Namen nichts gemein, denn spotten ist seine Sache nicht. Eine schöne Erklärung ist es dennoch. Wenn Sie auch ein Wort haben, dessen Herkunft Ihnen unklar ist, und das Sie gerne erklärt hätten, schreiben Sie uns unter dem Stichwort "mir schwätze platt" eine E-Mail an online@op-marburg.de oder einen Brief an die OP, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg.
von Gabriele Neumann
Hier geht's zur sprachwissenschaftlichen Erklärung des mittelhessischen Eichelhähers.
Foto: www.pixelio.de
| Städtewetter |
| Ihre Stadt/Ihr Ort |
Tagestemperatur |
|
Nachttemperatur |
|
Regenprognose |
|
Windstärke |
|
Pollenflug |
|