Marburg. Seit mehr als einem halben Jahr läuft jetzt schon die Serie "mir schwätze platt". Und noch immer sind die "Bippcher" nicht richtig erklärt worden. Vielleicht liegt das daran, dass das Wort sich selbst lautmalerisch erklärt. Kleine Tiere sind es, daher die Verkleinerungsform "cher" und sie machen "bip, bip, bip", wenn sie ihrem Muttertier hinterherlaufen. "Bippcher" sind, kurz gesagt, kleine Hühner oder Küken.
Für die Dialektforscher interessanter sind "Hinkelcher". Dass das Wort etwas mit dem hochdeutschen Huhn zu tun hat, ist klar, aber wo kommt das "K" in der Mitte her? Aus dem Mittelhochdeutschen, erklärt Sprachwissenschaftler Heinrich Dingeldein. Das kleine Huhn war nämlich damals ein relativ sperriges "Huoninkilin". Im Dialekt wurden im Lauf der Zeit einige umständliche Vokalverbindungen abgeschliffen und heraus kam das "Hinkelche". Je nach Region ist damit die gesamte Hühnerwelt gemeint und nicht nur das kleine Huhn.
Und wie so oft muss das weibliche Tier, die Glucke, mal wieder für ein Schimpfwort für Frauen herhalten. Die "dumm Gluck" ist ein Frau, der man wenig Positives abgewinnen kann. Sie ist noch nicht einmal boshaft oder hat ein loses Mundwerk wie das "Schinnoas" oder das "Scheusel", sie ist einfach nur dumm.
Kennen Sie auch interessante Begriffe für Tiere oder Pflanzen? Schicken Sie uns Ihre Lieblingswörter unter dem Stichwort "Mir schwätze platt" an online@op-marburg.de oder per Post an die OP, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg.
von Gabriele Neumann
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