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Mein erstes Auto

Mit dem Käfer über die Alpen

Heinz Feußner berichtet von seinem ersten Wagen, einem VW Käfer:
Heinz Feußner mit seinem VW Käfer.

Heinz Feußner mit seinem VW Käfer.

© Privat

Marburg. Unsere kleine Familie wurde 1963 gegründet und im selben Jahr wurde unser Sohn geboren. Als fahrbaren Untersatz besaßen wir zunächst nur einen Motorroller Marke Heinkel. Dank finanzieller Unterstützung meiner Eltern war es uns möglich 1966 den Führerschein für eine Pkw-Fahrerlaubnis und damit auch für den Erwerb eines Autos voranzutreiben.

Während der Führerscheinausbildung bekamen wir Besuch von der Freundin meiner Ehefrau, mit deren Ehemann aus Frankfurt. Sie wollten uns ihre Neuerwerbung präsentieren und kamen mit ihrem anthrazitfarbenen VW-Käfer-Cabrio vorgefahren. Wir waren begeistert. Ein solches Fahrzeug würden auch wir gerne besitzen.

Bange Tage bis zur Prüfung

Das merkten auch unsere Freunde und machten uns darauf aufmerksam, dass bei einer Frankfurter Firma demnächst ein gleiches Modell zum Verkauf stehen würde.
Wir baten unsere Freunde doch bitte sich dafür einzusetzen, dass die jetzigen Besitzer des Cabrios noch etwas Geduld haben mögen mit der Abgabe ihres Fahrzeuges, weil ich doch noch keine Führerscheinprüfung abgelegt hatte. Bange Tage vergingen bis die Zusage kam, dass wir die ersten Anwärter auf das Fahrzeug seien, wenn es demnächst veräußert wird.
Die Führerscheinprüfung bestand ich auf Anhieb. Gleich am Tag danach machte ich mich zusammen mit meiner Frau per Zug auf den Weg nach Frankfurt. Dort holte uns die Freundin meiner Frau mit ihrem Käfer-Cabrio ab und fuhr uns zu seinem „Käferbruder“ in blauer Farbe, der eine Leistung von stattlichen 34 PS brachte (unser heutiges Fahrzeug hat 163 PS).
Wir unterschrieben den Kaufvertrag, legten 4 300 DM auf den Tisch und waren stolze Besitzer eines Gebrauchtwagens.
Auf der Rückfahrt – es war ein wunderschöner Herbsttag im September – hielten wir zwischen Karben und Nieder-Wöllstadt an und öffneten das Verdeck unseres Käfers.

Auf nach „Bella Italia“

Erstmals in unserem Leben fuhren wir ein eigenes Auto und das auch noch mit offenem Dach. Ein unglaublich erhebendes Gefühl. In der Folgezeit reifte der Gedanke, eine Urlaubsreise mit unserem Käfer zu unternehmen. Wie viele Urlauber schon vor uns träumten wir von „Bella Italia“. Wir beschlossen wir auf jeden Fall auf die Südseite der Alpenkette aufzubrechen, und zwar zu Lago Maggiore.
Wie bekannt ist, verfügt der Käfer über wenig Stauraum. Deshalb bastelte ich mir einen Gepäckträger nach eigenen Vorstellungen für die Montage auf der Heckklappe. Ein D-Schild wurde auch an der rückwärtigen Rammschutzstoßstange montiert und die Reise ging los.Die Reise ging über Frankfurt, Karlsruhe, Basel und St. Gotthard. Über die Gotthard-Passstraße kletterte der Käfer gemütlich an einigen heißgelaufenen, wassergekühlten Motoren anderer Pkw-Fahrer mit offener Motorhaube, die am Straßenrand standen, vorbei auf eine Höhe von 2 108 Metern.

Doch kurz vor der Passhöhe schien auch unser Käfer schlapp machen zu wollen. Trotz durchgetretenem Gaspedal im niedrigen Gang gab der Motor nur wenig Schubkraft ab. Glücklicherweise erreichten wir schleichend die Passhöhe und gönnten dem Motor eine länger Pause zum Abkühlen. Ein Fachmann begründete später den Leistungsabfall des Motors mit der „dünne Höhenluft“. Jedenfalls hatten wir einen wunderschönen Urlaub im Tessin und unser Käfer brachte uns ohne Probleme wieder nach Hause.

Immer wenn wir mit offenem Verdeck unterwegs waren, ob in Bellinzona, Locarno, Ascona oder auch in unserer hiesigen Umgebung hatten wir das Gefühl, dass unser Käfer-Cabrio Bewunderung unter den Mitmenschen auslöste und sie ihm gerne nachschauten, vielleicht sogar davon träumten, selbst ein solch schönes Gefährt zu besitzen.


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