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Wettbewerb "WC - Wahre Cunst"

Der Gang aufs Klo wird zum Kunsterlebnis

Der Wettbewerb 
„WC – Wahre Cunst“ geht im neuen Schuljahr in die dritte Runde. 20 Toilettenanlagen wurden innerhalb des Projekts bereits an heimischen Schulen 
umgestaltet.

Marburg. Es ist kein neues Thema, aber ein Thema, dem sich der Landkreis als Schulträger seit zwei Jahren auf eine neue Art widmet. „Wenn Kinder und Jugendliche sich selbst in die Gestaltung der Schultoiletten einbringen, dann erreichen wir eine höhere Akzeptanz der Anlagen. Sie werden fortan besser gepflegt“, erklärt Torsten Schrodt, Fachbereichsleiter Schule und Gebäudemanagement beim Landkreis, zum Hintergrund der Aktion. Die Rückmeldung von Schülern der Georg-Büchner-Schule zeugt von diesem Effekt. An der Stadtallendorfer Schule lief das Projekt im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Jugendkonflikthilfe Marburg. In einer anschließenden Befragung gaben 80 Prozent der Schüler zu Protokoll, die Anlage sei nun besser gepflegt.

Das Projekt entwickelte der Fachbereich Schule und Gebäudemanagement, weil es an den heimischen Schulen aufgrund von Vandalismus und Verunreinigungen immer wieder Ärger mit den Toilettenanlagen gibt. Dieser Problematik muss sich der Landkreis als Schulträger annehmen. „Es gibt nichts Unangenehmeres, als aufs Klo zu müssen und sich davor zu ekeln“, sagt Schuldezernent Dr. Karsten McGovern (Grüne). Er ist davon überzeugt, dass sich das Problem durch die Sanierung von Schultoiletten nicht aus der Welt schaffen lässt. „Wir hätten natürlich gern überall neue Anlagen, aber das Indentifikationsproblem ist damit nicht gelöst“, erklärt er und verweist auf die große Bedeutung, die im Projekt „Wahre Cunst“ in der Mitarbeit der Schüler liegt. Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Was die Schüler selbst erschaffen haben, erhalten sie auch in einem ordentlichen Zustand.

Das Projekt kommt an den heimischen Schulen gut an, wie das Beispiel der Stadtschule Biedenkopf zeigt. Dort leitete der Kunstlehrer Henner Ibert im zurückliegenden Schuljahr die Umgestaltung von vier Schultoiletten. Schüler der neunten Jahrgangsstufe beteiligten sich an dem Kunstprojekt – und zwar auch außerhalb der Schulzeit. „Die Schüler haben selbst die Ideen für die Raumgestaltung entwickelt. Sie wollten das Thema Lifestyle in den Mittelpunkt stellen“, erzählt Ibert, der mit den Schülern beispielsweise Pop-Art-Motive im Stil des berühmten Marilyn-Monroe-Portraits von Andy Warhol entwickelte oder auch Graffitis. „Das war eine gute Sache“, resümiert Ibert und erinnert sich an die Vorbereitungen für das Projekt. „Das Aufräumen und Putzen in den Toiletten gehört natürlich auch dazu – und das war eine gute Übung für das Sozialverhalten.“

Im bevorstehenden Schuljahr lobt der Landkreis erneut einen Preis aus für das schönste Schulklo. Die beteiligten Schulen erhalten jeweils 250 Euro für den Einkauf der Arbeitsmaterialien. Die Gewinner-Schule bekommt zweimal 500 Euro – einmal für die Schulkasse, einmal für die Projektgruppe.

Indes warten die Teilnehmer des zweiten WC-Wettbewerbs auf die Entscheidung des Landkreises. Im Rennen um den Sieg sind neben der Stadtschule Biedenkopf die Wollenbergschule Wetter, die Mittelpunktschule Hartenrod und die Grundschule Mengsberg / Momberg. Die Entscheidung soll demnächst fallen.

von Carina Becker


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