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Tunnelakrobaten

Adolf-Reichwein-Schule Tunnelakrobaten

Seit jeher hat die Jugend das Bedürfnis ihr Lebensgefühl auszudrücken und innerhalb der bereits bestehenden eine für die Zukunft wichtige Subkultur aufzubauen. Das geschieht schon immer durch Kunst und kreative Ausdrucksformen. So auch durch die Musik des Marburger DJ Tobias (Schäfer) Tortuga und seine Tunnelakrobaten.

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Quelle: Britta Pedersen

Während die Marburger Jugendlichen intellektuell keine Grenzen sehen, besteht in Marburg aber ein Mangel an Raum – und das ist längst kein Geheimnis mehr. Die Wohnsituation der Universitätsstadt treibt nicht nur Studenten auf den Campingplatz, sondern auch die Jugendkultur hinter die Stadtmauern.

Die Rede ist nicht etwa von einer vom Konsum abhängigen Jugend, denn an öffentlichen medialen Angeboten und öffentlichen Sport- und Einkaufszentren mangelt es nicht. Gemeint ist eine in den 90er Jahren entstandene Bewegung der elektronischen Musik, welche längst nicht mehr eine rein hedonistische Spaßgesellschaft darstellt.

Ablehnung von Prekarisierung und Rechtsextremismus, der Erhalt subkultureller Freiräume und Antisexismus sind unter anderem wichtige Inhalte und Bestandteile dieses modernen Lebensgefühls. „Das Ideologisieren der Inhalte und Ziele dieser Kultur ist wichtig, wir wollen aber auch zeigen, dass gehandelt werden kann“, so Tobias Schäfer, Kopf der Tunnelakrobaten und Träger der Marburger Tanzkultur. Jene Handlungen, da sind sich die Akrobaten einig, sollen lokal soziales Engagement, Gemeinnützigkeit und das Interesse und die Durchsetzung am friedlichen Miteinander miteinander verbinden.

„Im letzten Jahr konnten wir durch die Einnahmen einer Tanzveranstaltung 2500 Euro an ein Marburger Tierheim spenden“, erzählt der Marburger DJ. Die nächste Benefizveranstaltung sei bereits für den Frühling geplant. Ziel dieser Spendenaktionen sei nicht nur Freude am Gemeinwohl, sondern auch der Erhalt einer sich entwickelnden zeitgemäßen Szene. Willkommen sei allerdings auch eine Gegenleistung als Wertschätzung der Spenden und Achtung der Jugendkultur. Diese würde Hilfe und Raum gebrauchen können, um weiterhin Jugendschutz und Rücksichtnahme auf Anwohner und Natur auf ihren Partys unproblematisch garantieren zu können. Die Angst vor einer Negativentwicklung von Kultur zur unkontrollierbaren Szene als Konsequenz von Raum- und Kontrollmangel sei groß, doch der Ehrgeiz einen gesellschaftlichen Freiraum für friedliche und emotionale Entwicklung der neueren Generationen zu erhalten ebenso.

Was weder die Akrobaten, noch die Partybesucher und Anhänger dieser Bewegung möchten, ist Raum für eine unkontrollierte werte- und geistlose Partyszene, die am Rande der Legalität und unter Missbilligung der Ordnungsbehörden den Ruf und auch die soziologische Relevanz einer ganzen Subkultur beschädigt und gefährdet. Denn falsch verstanden und stigmatisiert würden sie sich ohnehin schon fühlen.

von Daniel Wiegratz, Klasse BG11F, Adolf-Reichwein-Schule Marburg

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