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Schnelles Internet: Bin ich schon drin, oder was?

Glasfaseranschluss Schnelles Internet: Bin ich schon drin, oder was?

Ohne Internet ist das Leben kaum noch vorstellbar. Doch nicht alle Marburger sind mit ausreichend schnellen Verbindungen versorgt und die alten Festnetzleitungen kommen an ihre Grenzen.

Marburg. Seit 2005 bieten die Stadtwerke Marburg auch Internetverbindungen für Privatkunden an. Es waren Bürgermeister aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, die damals die Stadtwerke um Hilfe gebeten hatten, denn in vielen Regionen gab es kein Breitbandinternet. Auch aus der Gemeinde Lohra gab es immer wieder Anfragen, da es große Telefonanbieter finanziell nicht attraktiv genug fanden, dort DSL-Leitungen zu verlegen. Um die Bürgerinnen und Bürger nicht mit veralteten Modem-Verbindungen zurückzulassen, erklärten sich die Stadtwerke bereit, die Versorgung mittels einer Funklösung („Wireless-DSL“) zu übernehmen, sofern zumindest 100 Verträge abgeschlossen würden. Sie wurden dabei von einer örtlichen Bürgerinitiative unterstützt.

„Viele Wohnungen wären sonst gar nicht mehr zu vermitteln gewesen“, erklärt Karin Brahms von den Stadtwerken. Gerade die vielen Marburger Studenten und inzwischen auch die Schüler sind schlicht und einfach auf das Internet angewiesen. Wer hatte nicht schon einmal Hausaufgaben zu erledigen, bei denen er das Internet benutzen musste. Damit ein weiterer Versorgungsausbau auch langfristig sinnvoll ist, setzen die Stadtwerke künftig auf neue Glasfaserleitungen bis ins Haus, auch Fiber-to-the-Home genannt. Für 1,2 Mio. Euro werden aus diesem Grund nun solche Leitungen in Bauerbach verlegt.

Rund 70 Prozent der Einwohner haben dort keinen DSL-Anschluss über das Festnetz, weshalb die Stadtwerke dort mit dem Ausbau der neuen Kabel beginnen. „Wenn man eine moderne Infrastruktur haben will, muss man das als Kommune selbst in die Hand nehmen“, sagt Stefan Koch (Foto: Gassner), der das Projekt koordiniert. Nach und nach sollen auch die anderen Stadtteile Marburgs mit der Internetversorgung ausgestattet werden. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll die Versorgung vollständig ausgebaut sein, so Koch.

In Hessen gibt es so gut wie gar keine Glasfaseranschlüsse und auch deutschlandweit verfügen nur 0,6 Prozent der Haushalte über die leistungsfähigeren Leitungen. Damit ist Deutschland Schlusslicht im EU-weiten Vergleich. Während die Festnetzleitungen aber kaum noch größere Datenmengen bewältigen können, glaubt Koch, dass die Glasfaserleitungen auch nach dem neuesten Stand der Technik in 40 Jahren noch ausreichend sein werden. „Natürlich kann man nie 40 Jahre vorausschauen“, sagt er, doch seine Berechnungen stützen sich auf die Geschwindigkeit mit der die Datenmengen seit Erfindung des Internets gestiegen sind. „Wenn es sich in einem ähnlichen Tempo weiterentwickelt, reicht es 40 Jahre, so Koch.

Rentiert haben sollen sich die Glasfaserleitungen nämlich schon innerhalb von 20 Jahren in Bauerbach. In den städtischen Gebieten noch schneller, da dort viel mehr Wohnungen auf engerem Raum und zum Teil im selben Haus liegen.

von Peter Gassner

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