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„Nikotinflash“ bei der ersten Zigarette

Rauchen „Nikotinflash“ bei der ersten Zigarette

„Rauchen verbindet!“, diesen Grund nennt uns die 18-jährige Schülerin Marie aus Marburg, warum sie mit dem Rauchen angefangen hat.

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Trotz vieler Gesundheitsgefahren rauchen viele Jugendliche. Unsere Schülerreporter haben versucht die Hintergründe zu erforschen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg.  „Man lernt neue Leute kennen und wird somit kommunikativer“, sagt Marie. Weitere Schüler unserer Schule wurden gefragt, wann und warum sie angefangen haben zu rauchen. Die Antwort war weitestgehend die gleiche. Man bekam eine Zigarette aus dem Freundeskreis angeboten und hat mal daran gezogen, um es auszuprobieren. Später hat man sich dann selbst eine Schachtel gekauft.

Dr. Jeanne Delbos-Krampe, Suchtberaterin an der Adolf-Reichwein-Schule, hat in einem Interview beschrieben, dass Jugendliche oft anfangen zu rauchen, weil sie unsicher sind und denken, dass sie durch das Rauchen einen Schritt in die Erwachsenenwelt machen. Am Anfang würde man noch ein leichtes Schwindelgefühl merken und das als beruhigend empfinden.

Dieses Gefühl der ersten Zigarette nennt Marie (18) aus Wittelsberg „Nikotinflash“. Sie hat mit 16 Jahren angefangen zu rauchen und empfand diesen Nikotinflash als cool und beruhigend. Mittlerweile raucht sie um die zehn Zigaretten am Tag und gerade in den Pausen und am Wochenende beim Feiern sei die Zigarette eine gute Ablenkung. Marie hat noch nie versucht aufzuhören, aber sie möchte nicht ihr ganzes Leben lang rauchen.

Der langjährige Tabakkonsum verursacht durch die darin enthaltenden Schadstoffe Krebs und Herzkrankheiten. Die Lebenserwartung sinkt statistisch gesehen 22 Minuten pro Zigarette. Das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes steigt.

Ohne Qualm geht es nicht

Durch das Rauchen wird das Immunsystem geschwächt oder die Heilung einer Wunde kann sich verzögern. Insgesamt ist Rauchen also extrem gesundheitsschädlich. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben fünf Millionen Menschen  an den Folgen des Tabakkonsums.

Um nun mehr Menschen von dem Kauf von Tabakwaren abzuhalten, wird aktuell darüber diskutiert, ob zusätzlich zu den Sätzen wie „Rauchen kann tödlich sein!“ auch Bilder von krebserkrankten Körperteilen auf die Zigarettenverpackungen gedruckt werden sollen.

Auf die Frage, ob sie diese Bilder vom Rauchen abhalten würden, kamen geteilte Antworten. Die 16-jährige Sportlerin Leonie aus Rosenthal sagt uns, dass sie aus gesundheitlichen Gründen und aus Sorge um ihre Kondition Nichtraucherin bleiben will und dass sie solche Bilder noch mehr vom Rauchen abschrecken würden. Marie wiederum sagt uns: „Die Bilder sind zwar gruselig, aber sie würden mich nicht davon abhalten, weiter zu rauchen!“

„Eine Sucht ist es ab dem Moment, an dem man merkt, dass man ohne nicht mehr kann“, so Dr. Jeanne Delbros-Krampe. Das gilt nicht nur fürs Rauchen, sondern auch für Drogenkonsum, Medien- und Spielsucht. Dies sind die häufigsten Problemfälle, bei welchen die Suchberaterin eingreifen muss.

Sie hilft zu verstehen, dass sie etwas ändern müssen und vermittelt sie an Beratungsstellen in Marburg. Zu ihr kommen jedoch keine Schüler, um mit dem Rauchen aufzuhören. Sie sagt, man habe meistens im jugendlichen Alter die Entscheidung gefällt, ob man raucht oder nicht.

Auf die Frage, ob die Zigarette eine Einstiegsdroge sei entgegnet Dr. Jeanne Delbos-Krampe: „Die Experten streiten über diese Fragestellung. Es ist möglich, dass man zuerst nur Zigaretten raucht und dann zu härteren Drogen greift, es gibt aber auch Leute, die rauchen und mit anderen Drogen nichts am Hut haben.“

Letztendlich trifft jeder selbst die Entscheidung, ob man zur Zigarette greift und damit seine und die Gesundheit anderer gefährdet. Doch klar ist: rechtlich gesehen ist es erst ab 18 Jahren erlaubt, zu rauchen.

von Fatma Halat, Paulina Köln , Irina Schweitzer und Nadja Dörr, BG 11f, Adolf-Reichwein-Schule

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