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Jeder Morgen das Gleiche

Schulalltag Jeder Morgen das Gleiche

Um Viertel vor fünf klingelt der Wecker. Mein erster Blick nach dem mühsamen Erwachen gilt dem Handy, Anne könnte mir ja eine Nachricht geschrieben haben.

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Die Schülerinnen Hanna und Anne fahren jeden Morgen von Frankenberg bis zur Schule nach Marburg.

Frankenberg. Doch das Display bleibt leer. Jetzt zügig unter die Dusche, schminken, anziehen. Für das Frühstück bleibt nicht viel Zeit, schnell noch ein Brot essen und auf geht es von Frankenberg nach Wiesenfeld. Hoffentlich hat Anne nicht verschlafen. Ebenso wie Hanna wird Anne kurz vor 5 Uhr vom nervigen Geräusch des Weckers aus ihren Träumen gerissen und zum Aufstehen gezwungen. Die Bilder gleichen sich: Duschen, Anziehen, Schminken, Essen machen und schon steht Hanna vor der Tür.

Im Auto ist es ziemlich kalt und eigentlich wollen wir am liebsten wieder ins Bett. Unsere Laune ist so trüb wie das Wetter bei diesem grauen Einerlei. Der Stau auf den Straßen ist wieder einmal vorprogrammiert. Jammern hilft nicht, da müssen wir durch. Um 7 Uhr sind wir unserem Ziel schon ein wenig näher gekommen und stehen in Wiesenfeld vor dem Haus unserer Mitfahrgelegenheit. Beim Öffnen der Autotüre zieht der kalte Wind und jetzt noch zehn Minuten warten zu müssen ist die reinste Horrorvorstellung. Um 7.10 Uhr ist es endlich so weit: Der alte, klapprige Opel läuft, die Sitze sind bequem, fast wie im eigenen Bett. Nur noch zwei Orte bis wir in Münchhausen sind, spätestens dann ist es kuschelig warm im Auto. Von Wetter aus wären es eigentlich nur noch ein paar Minuten, doch die Ampeln machen es uns schwer. Wenn wir Glück haben, schaffen wir es in zehn Minuten durch den Ort. Unser Rekord mit viel Schnee und Pech liegt bei einer halben Stunde. Nach Wetter geht es schleppend weiter bis zu Autobahn. Die vielen Lkw rauben uns den letzten Nerv.

Doch wenn wir ehrlich sind, ist es nicht ganz so schlimm, da wir die Zeit für ein Nickerchen oder ein paar noch nicht erledigte Hausaufgaben nutzen können. Endlich sind wir auf der Autobahn und zum Glück läuft jetzt alles reibungslos. Um 7.45 Uhr kommen wir an der Adolf-Reichwein-Schule an, jetzt sind es noch acht Stunden bis es wieder nach Hause geht.

Um 15.10 Uhr haben wir Schulschluss, das heiß ersehnte Mittagessen rückt in Sichtweite. Zum Glück gibt es auf der Rückfahrt nie Stau, dass wäre der Tagestiefpunkt. 15.40 Uhr kurz bevor wir zu Hause in Frankenberg sind, kommt der Tiefpunkt. Am Liebsten würden wir gleich ins Bett fallen. Aber ist das nur ein Wunsch, denn es gibt noch viele Hausaufgaben und andere Verpflichtungen, die anstehen.

Manchmal fragen wir uns: „Was stellen wir uns eigentlich so an?“ Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben es noch viel schwerer. Im Gegensatz zu denen sind wir nicht an Bus und Bahn gebunden und können im warmen Auto sitzen. So sind wir am Ende des Tages meist doch ganz froh, dass wir diesen Weg jeden Tag aufs Neue auf uns nehmen. Denn wir wollen ja beide unser Abitur mit dem Schwerpunkt Gestaltungs- und Medientechnik am Beruflichen Gymnasium der Adolf-Reichwein-Schule in Marburg machen.

von Anne Fey, Hanna Mause, Klasse 11BGF, Adolf-Reichwein-Schule Marburg

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