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Eine Oase in Ockershausen

Heilige Grund Eine Oase in Ockershausen

Macht man einen Spaziergang durch den Heiligen Grund in Ockershausen, so lässt sich bei genauerem Hinsehen ein großer Reichtum der Flora und Fauna entdecken.

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Bald lassen die Obstblüten den Heiligen Grund in Ockershausen wieder zu einm richtigen Kleinod werden.

Quelle: Reinhold Drusel

Ockershausen. Feuersalamander, der inzwischen seltene Wiesensalbei und viele besondere Schmetterlings- und Libellenarten, können hier ungestört leben. Auch sorgt der Heilige Grund für eine Frischluftzufuhr der Stadt, da die Luftströmung des Umlandes durch die Schneise des unbebauten Heiligen Grundes direkt in die Stadt einfließt.

Eine große Artenvielfalt der Flora und Fauna konnte sich vor allem dadurch entwickeln, dass es im Heiligen Grund keine Flurbereinigung gegeben hat. Natürliche Hecken und Wiesenstücke blieben hierdurch erhalten.Ockershausen war im letzten Jahrhundert durch wenige Großbauernhöfe mit entsprechend großen Feldern geprägt. Die unwegsamen schmalen Landparzellen waren den kleinen Höfen zugeteilt, die es mit der Bewirtschaftung nicht leicht hatten.

Auf den zahlreichen Wiesengrundstücken wurden traditionell Kirschbäume gepflanzt, die auf dem fruchtbaren Boden mit Lössauflage hervorragend gedeihen konnten. Der Ockershäuser Kirschenanbau war weit über Marburg hinaus bekannt. In Nachkriegszeiten konnten auch die Kleinbauern des Heiligen Grundes von den Erträgen der Kirschenernte leben. Dies änderte sich abrupt, als 1967/68 die Kirschfruchtfliege aus dem Süden Deutschlands auftauchte und auch in Ockershausen die Erträge ungenießbar machte. Der Kirschenanbau wurde nicht weiter betrieben und die Grundstücke verwilderten. In den abgestorbenen Bäumen finden heute besondere Vogelarten einen großen Nahrungsreichtum.

Dr. Nobert Clement, beratender Experte initiierte mit Nabu und BUND die Wiederbepflanzung und Pflege von alten Kirsch- und Apfelsorten im Heiligen Grund. Jedes Jahr im Frühling und Herbst finden neue Pflanzaktionen statt, die von der Stadt gefördert werden. Auch gibt es jedes Jahr im Herbst, von BUND und Nabu geleitet, drei Apfelernten.

Außerdem werden in diesem Jahr 2013 von der FBS Naturerlebniskurse für Kinder im Heiligen Grund angeboten.Der Heilige Grund ist zu jeder Jahreszeit ein besonderes Naturerlebnis. Eine Besonderheit im Heiligen Grund ist die viermalige Beweidung im Jahr, auf Grundlage des Naturschutzes der Obstwiesen, die traditionell durch einen Wanderschäfer mit einer großen Schafherde weitergeführt wird.

von Laurens Roolfs, Klasse 9, Freie Waldorfschule Marburg

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