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"Zeit umzudenken!"

Ökologische Landwirtschaft "Zeit umzudenken!"

Umgeben von den Hügeln des Lahn-Dill-Berglandes liegt Damm, ein kleines Dorf nahe Lohra. Hier führt die Familie Plitt zusammen mit den rund 20 Mitarbeitern den Biolandbetrieb "Caspersch-Hof".

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Der Naturkostladen des Hofes "Caspersch" in Damm bietet reichlich Auswahl an verschiedenen Bio-Produkten.

Quelle: Privat

Marburg. Schon seit der Zeit des 30-jährigen Krieges ist der Hof in dem Besitz der Familie. Aus dem Willen heraus, den Betrieb weiter zu entwickeln, stukturierte die Familie ihn neu. 1991 erfolgte die Umstellung auf die Richtlinien des Erzeuger-Verbandes Bioland.

Heute ist Johannes Plitt stolz auf die Leistungen seiner Familie und seiner Mitarbeiter, wozu er auch allen Grund hat. Auf dem Hof herrscht lebendiges Treiben, da der stilvoll eingerichtete Naturkostladen heute geöffnet hat. Hier werden alle Eigenerzeugnisse und ein ausgewogenes Zukauf-Sortiment von vertrauenswürdigen und ausgewählten Anbietern aus der Region angeboten.

Überdies gibt es im Angebot den Honig der hofeigenen Imkerei "Morgentau". Zudem kann man sich eine individuell zusammengestellte Bio-Kiste einmal pro Woche direkt an die Haustür liefern lassen. Wer möchte kann sich es bei einem guten Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen in dem kleinen Hof-Cafe mit sonniger Terrasse gut gehen lassen. Ihre Backwaren beziehen sie größten Teils von der Biobäckerei Siebenkorn, die ebenfalls von dem Hof Waren für ihre Produktion ankauft.

Alle Kühe haben einen eigenen Namen

Geliefert wird auch an die Einkaufsgemeinschaft "Onkel Emma" und die Waldorfschule Marburg mit dem dazugehörigen Kindergarten.

 In den Gewächshäusern startet das Jahr mit dem Anbau verschiedener Salate. Ab April werden Tomaten, Paprika, Gurken und anderes Feingemüse angebaut. Der Acker wird von der Familie mit einem abgestimmten Repertoire an Feldfrüchten, von der Zucchini bis zur Artischocke, bewirtschaftet. Zusätzlich werden 3 Hektar Erdbeeren angebaut.

Im Frühsommer bieten die Bio-Früchte einen preiswerten Genuss zum selbst ernten. Zudem lebt der Betrieb von der Züchtung von Schwäbisch-Hällischen-Landschweinen und Angus-Limousin-Rindern, die freien Auslauf genießen dürfen. Es wird eine Mutterkuhherde gehalten, die sich aus 32 Muttertieren und dessen Nachzucht zusammen setzt. Alle Kühe haben einen eigenen Namen.



Was ist Mutterkuhhaltung? Darunter versteht man eine Form der Rinderhaltung zur Fleischgewinnung. Dabei bleiben die Kälber nach der Tragezeit neun Monate bei den Mutterkühen. Bei der Aufzucht werden die Kälber ausschließlich mit der natürlichen Muttermilch gesäugt.

 Alle Tiere werden nach den strengen Bioland-Richtlinien geschlachtet, regional und mit Garantie. Denn der Bauer ist bei der Schlachtung vor Ort, um sich davon zu überzeugen dass die Richtlinien eingehalten werden und dass die Tiere nicht unnötig leiden müssen. Am Ende kommt das hochwertiges Bio-Fleisch in den Vertrieb.

Bauer: "Der Boden ist unser Kapital"

Der Bioland-Hof kooperiert mit der ökologisch-nachhaltigen Mode-Firma "Hess Natur" durch den Verkauf von Flachs welcher für die Produktion hochwertiger Leinenstoffe verwendet wird. Angefangen hat der Flachsanbau im Jahr 2007 mit einem Projekt des Demeter-Forschungs-Ringes Darmstadt und wurde finanziell vom Land Hessen unterstützt. In unserem Interview mit dem Bauer Johannes Plitt stellen wir ihm die Frage, ob er der Meinung ist, dass die ökologische Landwirtschaft den Bedarf der Menschen auch in Zukunft decken kann? "Ja, ich glaube es ist kein Problem den Bedarf zu decken, das Problem liegt eher bei der Verteilung."

Außerdem erklärte er: "Der Boden ist unser Kapital und wir müssen helfen, seine Fruchtbarkeit zu erhalten, so dass er uns auch langfristig ernähren kann. Auch müssen wir unseren derzeitigen, enormen Konsum an Fleisch mäßigen, denn wenn man 10 Milliarden Menschen, auf die die Weltbevölkerung in den nächsten Jahren anwachsen wird, satt bekommen möchte, dann ist es nicht möglich, dass jeder sein tägliches Steak bekommt. Es ist wie gesagt ein Verteilungsproblem, das nur zu lösen ist, wenn viele Menschen umdenken und mit ihrer Nahrung bewusster umgehen."



Vielleicht, kann jeder von uns einen Teil dazu beitragen, unsere Umwelt zu erhalten und so mit helfen, dass eine gute Lösung für alle gefunden wird. Schließlich ist jeder von uns Teil des gesamten Kreislaufs und in ihn eingebunden. Wir können es uns heutzutage nicht erlauben einen der maßgebenden Bestandteile wie die "Bäuerliche Landwirtschaft und die Natur" aufs Spiel zu setzen, denn letzten Endes hängt unsere Existenz von ihr ab. 
Es ist Zeit umzudenken...

von Laura Gronen und Electra Bartel, 9. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg

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