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Wie entstehen eigentlich Hörspiele?

Hörspiele Wie entstehen eigentlich Hörspiele?

Hast du schon mal ein Hörspiel gehört? Vielleicht beim Putzen, Kochen oder weil dir langweilig war? Wenn ja, hast du dir dabei wahrscheinlich keine Gedanken darüber gemacht, wie so etwas eigentlich produziert wird.

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In den Läden, wie hier in einer Münchener Buchhandlung, gibt es eine Vielzahl von Hörspielen zu kaufen. Als Kind hört sie nahezu jeder. Mit dem Erwachsenwerden hört das auf - aber nicht bei allen.

Quelle: Sven Hoppe

Marburg. Hinter jedem Hörspiel steckt viel Arbeit, erfuhr ich bei meinen Recherchen im Internet. Dort erklärt Corinna Wodrich die Produktion von dem bekannten Hörspiel „Die drei !!!“ und auch in der „Sendung mit der Maus“, produziert vom ARD, gab es eine passende Folge zu meinem Thema.

Die Arbeit am Hörspiel wird an viele Personen verteilt, aber zu Beginn arbeiten nur wenige. Eine Geschichte wird ausgesucht und in ein Manuskript umgeschrieben. Das heißt: Nun überflüssige Beschreibungen von Menschen, wie zum Beispiel deren Stimmen und dass sie überhaupt etwas sagen, werden aus dem ursprünglichen Text entfernt, Erzählerbeschreibungen gekürzt und Geräuschanweisungen hinzugefügt.

Wenn ein Manuskript fertig geschrieben, vom Produktmanager überprüft, verbessert und neu ausgedruckt ist, wird es an dem für das Hörspiel zuständigen Regisseur geschickt und dieser übernimmt dann die Leitung des gesamten weiteren Vorgehens. Er begleitet jede Aufnahme des Hörspiels - wie ein Regisseur am Set eines Filmes oder bei Synchronisationen für Filme und Serien - und stellt einen Aufnahmeplan fest, während die Sprecher sich ihre Textstellen markieren und schon ein wenig üben.

Sprecher spielen Rollen wie ein Schauspieler

Der Aufnahmeplan ist sehr wichtig für die Aufnahme, denn ein Hörspiel wird nicht einfach nach der Reihenfolge der Geschichte aufgenommen, sondern nach Charakteren. Hat eine Sprecherin zum Beispiel am Ende und Anfang eines Kapitels nur ein paar Sätze zu sprechen, werden diese Stellen als Erstes aufgenommen. Jeder Sprecher muss sich in seine Rolle hineinversetzen, wie auch ein Schauspieler in seine Rolle. So kann dann auch eine 40-jährige Frau ein 14-jähriges Mädchen sprechen oder auch ein Tier, wenn es die Geschichte verlangt.

Zusätzlich braucht man auch Gegenstände, die einem bei den Aufnahmen helfen, abgesehen von den Aufnahmegeräten. Hat in der Geschichte zum Beispiel jemand einen Stift im Mund, muss auch der Sprecher sich etwas zwischen die Zähne klemmen, während er spricht. Der Regisseur lässt die Sprecher nur kurze Szenen sprechen, gibt Tipps und wiederholt die Stellen, bis sie so sind, wie er sie haben will.

Natürlich belastet das ganze Sprechen die Stimmen der Sprechenden und darum darf etwas zu trinken auch nicht fehlen. Schlussendlich werden alle aufgenommenen Tonspuren übereinandergelegt und Hintergrundgeräusche und Musik hinzugefügt. So entsteht eines von vielen Hörspielen, die hoffentlich noch lange der Nachwelt erhalten bleiben werden.

von Anna Tratzik, 10. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg

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