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Waldrodung und die Folgen für Tier und Mensch

Naturschutz Waldrodung und die Folgen für Tier und Mensch

Wir, die Schülerinnen der Elisabethschule, haben uns Gedanken gemacht, wie viele Leute davon mitbekommen, dass in ihrer Nähe Wald gerodet wurde.

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Wegen Industriebauwerken, Flughäfen, Straßen, Skipisten und neuerdings auch Windräder müssen häufig ganze Waldstücke gerodet werden.

Quelle: Pixabay

Marburg. Dazu sind wir nach Schwabendorf gefahren, welches in der Nähe von Rauschenberg liegt, wo für den Bau von fünf Windrädern Bäume gefällt wurden. Die Leute in Schwabendorf sind zwar nicht direkt betroffen, doch bei Waldspaziergängen oder beim Panoramafotografieren können die Windräder trotzdem stören.

Wozu wird Wald gerodet? Was bedeutet das für den Wald? Welche Tierarten, die im Wald leben, sind von den heutigen Lebensraumveränderungen betroffen? Und wie viele Leute bekommen so etwas überhaupt mit?
Das und mehr haben wir herausbekommen, als wir zu dem Thema einen Förster interviewt und eine Umfrage gestartet haben.

Das Ergebnis war, dass 30 von den 45 Bürgern in Schwabendorf zumindest schon davon gehört hatten. Als wir sie nach ihrer Meinung zu diesem Thema fragten, sagte die Mehrheit, dass Waldrodung zwar generell in Ordnung wäre, fanden aber, dass im Moment zu viel Wald gerodet würde und dass man vorher auch die Anwohner informieren müsste.

Interview mit einem Förster

Schüler: Wie lange dauert es, bis ein Baum groß ist?

Norbert Wegener: Das ist bei jeder Baumart unterschiedlich. Die Fichte zum Beispiel braucht ungefähr 100 Jahre, Kiefer, Lärche, Douglasie und Buche etwa 140 Jahre und die Eiche 180 bis 220 Jahre bis sie forstwirtschaftlich genutzt wird. Die Bäume können aber deutlich älter werden.

Schüler: Wird die Tierwelt irgendwann aussterben, wenn der Wald teilweise weiter so abgeholzt wird?

Wegener : Es gibt Arten, die unter der Lebensraumveränderung leiden, aber auch welche, die davon profitieren. Aussterben werden sie durch den Bau von Windenergieanlagen sicher nicht, allerdings teilweise aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt. Allerdings steigert sich auch an den Grenzen von Lebensräumen die Artenvielfalt, da es mehr Strukturen gibt, das nennt man in der Ökologie den "Edge-Effekt".

Schüler: Wie lange dauert eine Aufforstung?

Wegener : Es dauert etwa fünf bis sieben Jahre, manchmal aber auch länger, falls es zum Beispiel ein Mäusejahr oder eine Dürre darunter gibt. Wenn das der Fall ist, muss oft noch einmal nachgepflanzt werden.

Schüler: Wofür wird der Wald meistens gerodet?

Wegener : Meistens für die Bauwerke der Menschen, zum Beispiel Industriebauwerke, Flughäfen, Straßen, Skipisten und Bauplätze, Leitungstrassen und neuerdings auch Windräder, ganz selten auch für landwirtschaftliche Flächen.

Schüler: Welche Folgen hat die Waldrodung?

Wegener : Die Wasserspeicherung des Bodens wird vermindert, dadurch entstehen Hochwasser, Verlust des Lebensraums für Tiere und Pflanzen, Erde wird weggespült, also Bodenerosion, in Bergregionen sogar höhere Lawinengefahr und Steinschlag.

Schüler: Werden manche Baumarten durch den Klimawandel verschwinden?

Wegener : Teilweise ja: zum Beispiel die Fichte ist ein Klimaverlierer. Da sie als Flachwurzler und ursprünglicher Baum der höheren Gebirge kühleres Klima und mehr Niederschläge benötigt, wird sie stärker vom Sturm geworfen und in Dürrejahren stark vom Borkenkäfer befallen. Deswegen wird man die Fichte in einigen Jahren wohl wieder nur noch in höheren Lagen vorfinden. Sie ist übrigens zum Baum des Jahres 2017 ausgewählt worden, um auch auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Fazit

Wir lernten, dass Waldrodung im kleinen Ausmaß nicht so gefährlich ist, wie viele denken, solange man immer wieder aufforstet. Wenn man Bäume wegen etwas, zum Beispiel Windrädern wegnehmen müsse, so der Förster, wird darauf geachtet, dass nur so wenig Wald wie unbedingt notwendig vorübergehend beseitigt wird undgleichzeitig werden an einer anderen Stelle zum Ausgleich Ersatzpflanzungen vorgenommen. Das sind aber in der Regellandwirtschaftliche Flächen, die dann auch der Natur fehlen.

Besser wäre es, man würde zum Beispiel ein Stück Straße oder nicht mehr benötigte Industrieflächen in Wald zurück verwandeln, um die tatsächliche unverbaute Fläche zu erhalten. Anderenfalls wird schleichend die Landschaft zunehmend von menschlichen Bauwerken verschluckt, da man anscheinend weniger Probleme damit hat, Ackerflächen als Bauplätze zu nutzen.

von Kira May, Lara Rüthers, Maria Sophie Debus und Cate Hey, Klasse 8e, Elisabethschule

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