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Sterbehilfe ist nicht gleich Sterbehilfe

Beihilfe zum Suizid Sterbehilfe ist nicht gleich Sterbehilfe

Es gibt insgesamt drei verschiedene Arten von Sterbehilfen und der Beihilfe zum Suizid stellt Annika Hellen von der Freien Waldorfschule Marburg in ihrem Schülerartikel klar. 

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Schüler wachsen über sich hinaus

Die passive Sterbehilfe, bei der man aufhört, das Leben künstlich zu verlängern ist in Deutschland erlaubt - wenn der Patient sich das ausdrücklich wünscht.

Quelle: dpa

Marburg. Bei der aktiven Sterbehilfe wird dem Patienten ein sofort tödlich wirkendes Mittel verabreicht. Die aktive Sterbehilfe ist in Europa nur in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg erlaubt, aber auch nur unter bestimmten Umständen.

Die passive Sterbehilfe, bei der man aufhört, das Leben künstlich zu verlängern zum Beispiel durch künstliche Ernährung oder Beatmung, ist in Deutschland legal, wenn der Patient sich das ausdrücklich wünscht (schriftlich oder auf Video).

Das Gleiche gilt für die indirekte Sterbehilfe, bei der man dem Patienten ein starkes Schmerzmittel verabreicht, welches den Tod schmerzfrei schneller herbeiführt. Wenn der Arzt jedoch dem Patienten das Schmerzmittel verweigert, kann er wegen unterlassener Hilfeleistung oder Körperverletzung in Haft kommen.

Bei der Beihilfe zum Suizid begeht ein Mensch Selbstmord, durch Hilfe einer anderen Person. Die Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland nur erlaubt, wenn der Patient sich das tödliche Mittel selbst verabreicht. Anwesende dürfen die Mittel bereitlegen, können aber wegen unterlassener Hilfeleistung in Haft kommen.

Pro und Contra

Durch die Sterbehilfe wird einem Menschen eine Menge Leid erspart, wenn man zum Beispiel an einer schmerzhaften Krankheit leidet und es keine Aussicht auf eine Heilung gibt. Die Würde des Menschen bleibt erhalten - dadurch, dass man ihm unnötiges Leid erspart.

Da jeder Mensch das Recht auf Selbstbestimmung hat, sollte er auch bestimmen können, wann sein Leben endet. Auch wenn die Ärzte die Hoffnung schon längst aufgegeben hatten, gab es eine Menge Patienten, die doch noch geheilt werden konnten.

Es besteht die Gefahr, dass Menschen die gerade eine schwere Zeit durchmachen, sich wünschen tot zu sein und sich dann für Sterbehilfe entscheiden, obwohl sie es vielleicht mit entsprechender Hilfe überstanden hätten.

von Annika Hellen, 10. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg

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