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Musik-Streaming: Wieviel verdienen die Künstler?

Spotify & Co Musik-Streaming: Wieviel verdienen die Künstler?

Immer mehr Menschen nutzen Musik-Streaming Anbieter. Spotify und Apple Music sind die größten. Die Nutzer sind begeistert von dem Angebot, doch wie sieht es mit den Musikern aus? Wieviel verdienen sie durch das Streamen?

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Immer mehr Menschen streamen Musik aus dem Netz. Doch wie gut ist das für die Musiker?

Quelle: Jan Bamarni

Marburg. Das Streamen von Musik im Internet wird immer beliebter. So machte die Musikstreaming Industrie in Deutschland 2014 noch 108 Millionen Euro Umsatz, 2016 schon 385 Millionen. Besonders beliebt sind Musikstreaming-Dienste bei Jugendlichen und Studenten, die nicht viel Geld zur Verfügung haben und bei den meisten Anbietern einen Rabatt bekommen.

Spotify wird von über 100 Millionen Menschen genutzt, davon haben über 40 Millionen ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Es ermöglicht seinen Kunden, Musik vieler großer Labels wie Warner Group und Universal über das Internet zu hören. Auch Hörbücher und Songs von weniger bekannten Künstlern hat der Dienst im Angebot. Insgesamt sind bei Spotify über 30 Millionen Songs verfügbar und das in fast 60 Ländern. Das 2006 gegründete schwedische Unternehmen ist neben Deezer und Apple Music der größte Musik-Stream Anbieter. Spotify verlangt für seine Premiumversion 9,99 Euro pro Monat.

Doch wie viel von diesem Geld geht eigentlich an die Musiker?

Eine Studie der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young besagt, dass Musiker nur 7 Prozent des Gesamterlöses bekommen. Das sind gerade mal 68 Cent. Spotify selbst verdient 2,08 Euro. Die Labels hingegen bekommen 4,65 Euro, 1,67 Euro fallen für Steuern ab und den Rest bekommen die Songwriter und Produzenten. Damit ein Musiker 100 Euro verdiene, müssten sich also genau 23.905 Personen seinen Track anhören.

Viele bekannte Musiker wie Melissa Ferrick oder David Lowery klagten auf mehrere hundert Millionen Dollar – stellvertretend für alle Künstler –  gegen Spotify. Die britische Sängerin Adele veröffentlichte ihr letztes Album "25" aus Protest nicht auf den Streaming - Plattformen ebenso wie der Radiohead-Sänger Thom Yorke. Er twitterte: "Täuscht euch nicht, neue Künstler, ihr werdet entdecken, dass ihr auf Spotify nicht bezahlt werdet. Unterdessen werden Aktionäre es in Kürze einfahren."

Auch das von Apple im Juni 2015 gegründete Musik-Streaming Portal Apple Music muss viel Kritik einstecken. Insbesondere wegen der drei Monate kostenlosen Probezeit, in denen Musiker überhaupt nichts verdienen. Die amerikanische Sängerin Taylor Swift machte auf sich aufmerksam, indem sie ihr Album "1989" nicht auf Apple Music und Spotify veröffentlichte und gegenüber Apple sagte: "Wir bitten sie auch nicht um kostenlose iPhones."

Spotify-Chef Daniel Ek hält dagegen und verlautbart, dass dank seines Unternehmens Millionen Musikfans überhaupt erst wieder legal Musik hörten. Von den Einnahmen durch Werbung und Premium-Accounts würden auch die Künstler letztendlich profitieren.

Wer über das Internet Musik hören und dabei die Musiker unterstützen will, sollte sich Alben und Singles bei Plattformen wie Google Play Music oder iTunes kaufen, wo die Interpreten deutlich mehr Geld bekommen, man aber auch den vollen, von der Plattenfirma festgelegten Preis, zahlen muss.

von Jan Bamarni, Giovanno Brocchin und Fedor Brockmann, Klasse 8b, Gymnasium Philippinum

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