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„Lehrer auf vier Pfoten“ in der Hilda-Heinemann-Schule

Auf den Hund gekommen „Lehrer auf vier Pfoten“ in der Hilda-Heinemann-Schule

Ein etwas ungewöhnliches „Mitarbeiter“-Foto hängt seit Januar am Schwarzen Brett im Eingangsbereich der Hilda-Heinemann-Schule in Hommertshausen. „Maalik“, ein Rhodesian Ridgeback Welpe und „Joscha“, ein Wäller, unterstützen neuerdings ihre Besitzerinnen und Förderschullehrerinnen Claudia Sprenger und Sabine Westphal an zwei bis drei Tagen im Unterricht. Wie das genau aussieht, darüber haben sich die Schüler der beiden Haupt-/Berufsorientierungsstufen Gedanken gemacht und möchten euch hier davon berichten:

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Die Kinder aus der Haupt-Berufsorientierungsstufe A (von links): Jonas Kombächer, hinten Taha Emül, Lea Post, Josephine Denk, hinten Jessica Müller, Lenja Krappen, hinten Moritz Weil, Maalik Useni Umpire, hinten Andrea Stenger (Erzieherin), Claudia Sprenger (Förderschul- und Klassenlehrerin), Eray Yasar und Birgit Grau (Eingliederungsassistentin in der Klasse).

Quelle: Privat

Hommertshausen. Ein Hund in der Schule – cool! Das finden die meisten von uns. Aber bis dahin war es ein ganz schön langer Weg und man muss im Vorfeld an viele Dinge denken.

Mit einem Schulbesuchshundeprojekt im letzten Schuljahr und mehreren kleinen Unterrichtseinheiten zum Thema „Haustiere“ und „Tierschutz“ ging alles los. Hierbei konnten wir viel über den richtigen Umgang mit Tieren – insbesondere Hunden – lernen und sehen, dass es auch eine große Verantwortung bedeutet.

Frau Sprenger, Frau Westphal und unsere Schulleitung haben sich inzwischen mit wichtigen Fragen zu Versicherung, Hygiene und Organisation innerhalb des Schulalltags beschäftigt, so dass schließlich ein kleines Konzept entstand, das wir den Eltern präsentieren konnten.

Endlich gab es von allen Seiten grünes Licht und im Oktober durften wir die ersten Fotos unseres zukünftigen Klassenmitglieds anschauen.

Jeder Schüler übernimmt einmal das „Hunde-Amt“

In der Vorbereitung auf Maaliks und Joschas Ankunft haben wir Regeln in der Klasse erarbeitet, ihnen eine Ruheecke eingerichtet und uns Aufgaben überlegt, die zu erfüllen sind, damit die Hunde sich bei uns wohl fühlen.

Jeden Monat übernimmt ein anderer Schüler das „Hunde-Amt“ und ist zuständig für einen gefüllten Wassernapf und kleine „Toilettengänge“ in den Unterrichtspausen.

Seit Dezember leben Joscha und Maalik in ihren Familien bei Frau Westphal und Frau Sprenger und nach den Weihnachtsferien durften wir sie zum ersten Mal bei uns in der Klasse begrüßen.

Eray (unterstützt kommunizierend mit Talker) und Maalik in Interaktion (Foto: Claudia Sprenger). 

Maalik fühlte sich von Beginn an „pudelwohl“ und lief uns schwanzwedelnd entgegen. Neugierig beschnupperte er jeden von uns, zog sich dann aber auch bald in seine Ecke zurück und hat erst mal ganz viel geschlafen.

Wir können oft beobachten, was er macht, während wir lernen. Er hört sehr gut und schaut sich alles ganz genau an.

Schüler: „Ich finde es entspannend, wenn Maalik da ist“

Für kurze Phasen arbeitet er im Unterricht mit uns, zum Beispiel begrüßen wir ihn morgens mit seinem Namen und einem Leckerchen oder er trägt seine Karte für den Stundenplan zur Tafel. Auch würfeln, das Glücksrad drehen und Bälle rollen kann er schon ein wenig, so dass er oft Aufgaben für uns auswählt. Frau Sprenger nutzt manchmal eine „sprechende Taste“, um etwas aufzunehmen und Maalik drückt dann mit der Pfote drauf und freut sich über unser Lob.

Wie wir hat er auch ein Lernziel, an dem er arbeitet. Zum Beispiel, während des Frühstücks brav in seiner Ecke bleiben. Weil er noch so jung ist, muss er ganz viel erst lernen und hat auch manchmal ganz schön viel Unsinn im Kopf. Aber wir helfen ihm dann dabei, alles richtig zu machen.

Eray, Lenja und Maalik beim Lesen der OP (Foto:  Claudia Sprenger). 

Es ist toll, ihn zu beobachten und Taha berichtet: „Ich finde es entspannend, wenn Maalik da ist.“  Das ist besonders schön, weil Taha anfangs sehr unsicher Hunden gegenüber war und durch Maalik schon sehr viel über ihr Verhalten und den Umgang mit ihm gelernt hat.

Ihm ein Leckerchen für eine richtig erfüllte Aufgabe aus der Hand zu geben – inzwischen gar kein Problem mehr!

von Claudia Sprenger mit Josephine Denk, Taha Emül, Jonas Kombächer, Lenja Maria Krappen, Jessica Müller, Lea-Sophie Post, Moritz Weil und Eray Yasar, Haupt-Berufsorientierungsstufe A der Hilda-Heinemann-Schule

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