Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Das Leben in einem Alten- und Pflegeheim

Senioren Das Leben in einem Alten- und Pflegeheim

Es gibt einige Alten-und Pflegeheime in Marburg. Eines davon haben wir besucht, um eine Heimbewohnerin zu befragen.

Voriger Artikel
Der Klimawandel und seine Folgen
Nächster Artikel
Wird die Jugend immer asozialer?

Um zu erfahren, wie das Leben in einem Alten- und Pflegeheim ist, haben Martha Helmecke (links) und Emily Bauer (rechts) die 90-jährige Dorothea Schnepel (Mitte) befragt, die im Alten- und Pflegeheim Tabor wohnt.

Quelle: Privat

Marburg. Das Alten- und Pflegeheim "Tabor", gelegen am Waldrand des Ortenbergs, bietet ein barrierefreies Leben, für Menschen, die ihr Leben ohne Hilfe nicht mehr bewältigen können. In diesem  Alten- und Pflegeheim haben wir mit Frau Dorothea Schnepel über ihre Lebenssituation gesprochen.

Vor knapp sieben Monaten konnte die 90-Jährige aus gesundheitlichen Problemen ihr Leben zu Hause nicht mehr allein bewältigen. Das Haus war zu groß und der Haushalt war zu viel. Auch in Marburg sind Pflegeplätze knapp, aber da Frau Schnepel sich bereits vor drei Jahren im Haus Tabor angemeldet hat und ihr Wunschzimmer durch den Tod einer Bewohnerin frei wurde, konnte sie dort schnell einziehen. Sie bewohnt ein schönes Einzelzimmer mit Blick auf Marburg und das Schloss.

Frau Schnepel kann auf ein bewegtes und ereignisreiches Leben zurückblicken. Sie hat eine große Familie mit sechs Kindern, jedoch traf sie ein Schicksalsschlag, als ihr Ehemann vor 20 Jahren verstorben ist. In ihrer Jugend absolvierte Frau Schnepel ihr Abitur und studierte danach vier Semester lang Theologie. Das Studium brach sie jedoch ab, weil sie zu diesem Zeitpunkt ihren Mann kennenlernte.

Pflegepersonal trotz Stress freundlich

Das Altersheim findet Frau Schnepel sehr schön, die Sauberkeit ist wirklich gut und das Essen gesund, abwechslungsreich, doch häufig zu viel. Dabei können die Heimbewohner täglich zwischen zwei Mahlzeiten wählen. Frau Schnepel mag das Personal, welches mit viel Motivation, Respekt und Bemühungen an die Arbeit geht, obwohl der Beruf häufig sehr anstrengend ist. Das Leben im Alten- und Pflegeheim Tabor verläuft ruhig, das konnten wir als Besucher auch selbst feststellen.

Der Kontakt zu den Kindern von Frau Schnepel funktioniert gut, da sie ein eigenes Telefon und einen PC in ihrem Zimmer hat. Auch ein kleiner Fernseher ist dort vorhanden um am öffentlichen Tagesgeschehen teilzuhaben. Es gibt über jedem Bett im Haus Tabor einen Notrufknopf, der von manchen Bewohnern Sturm geklingelt wird, wobei das Pflegepersonal nicht überall gleichzeitig sein kann, wie uns Frau Schnepel berichtete.

Frau Schnepel berichtete uns auch, dass sie im Altersheim fast jeden Tag eine Art Unterhaltungs-programm haben, zum Beispiel mit einer Ergotherapeutin, Tanz im Sitzen, einen Literaturkreis samt Lehrer, Gesangsabende und Live-Übertragung von Gottesdiensten, da es ein christliches Haus ist.

Ab und an vermisst Frau Schnepel ihr Haus, ihren Balkon und ihren eigenen Garten. Aber ihr bewundernswertes Motto ist, aus allem das Beste zu machen.

Interview mit Ergotherapeutin

Nach dem Gespräch mit einer Bewohnerin, befragten wir außerdem noch eine junge Ergotherapeutin in Ausbildung, Simone Eberz (28), über ihren Tätigkeitsbereich im Altenheim:

Bauer/Helmecke: Worum geht es in ihrem Beruf?

Eberz: Es geht um Freizeitgestaltung für die alten Menschen. Außerdem helfen wir auch bei kleinen Problemen und versuchen frühere Interessen in den Alltag der Leute zu integrieren.

Bauer/Helmecke: Was macht eine Ergotherapeutin aus?

Eberz: Es ist ein klientenzentrierter und betätigungsorientierter Beruf, der vielfältig ist. Am wichtigsten ist der wertschätzende Umgang mit den Klienten und wertefrei zu handeln, aber auch Kreativität und Bemühungen erfordert.

Bauer/Helmecke: Ist ihr Beruf später abgesichert und wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Eberz: Ja, der Beruf ist ziemlich gefragt, obwohl die Bezahlung nicht wirklich gut ist.

Bauer/Helmecke: Wie lange arbeiten sie am Tag?

Eberz: Ich bin momentan achteinhalb Stunden tätig, freitags etwas kürzer, dadurch ist man nicht so viel zu Hause, aber ich absolviere hier auch nur ein zehnwöchiges Praktikum.

Bauer/Helmecke: In welchen Bereichen waren sie schon tätig?

Eberz: In der Neurologie, in der Pädiatrie und Arbeitstherapie, Orthopädie sowie im Bereich der Psychatrie.

Unser Besuch im Alten und Pflegeheim Tabor hat uns gefallen und gezeigt, dass dort die Leute im Alter gut betreut werden sowie für genügend Unterhaltung gesorgt wird. Übrigens sind Besucherzeiten nicht fest geregelt, allerdings muss man sich wie bei normalen Haushalten auch vor einem Besuch ankündigen.

von Emily Bauer und Martha Helmecke, Klasse 8C, Elisabethschule Marburg

Voriger Artikel
Nächster Artikel