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Betsy DeVos will das Schulsystem der USA revolutionieren

Privatschulen für alle? Betsy DeVos will das Schulsystem der USA revolutionieren

Elisabeth „Betsy“ DeVos ist die neue Bildungsministerin der USA und plant eine konservative Schulreform. Sie bezeichnet die Situation des Schulsystems als inakzeptabel. Sie will es Kindern aus ärmeren Familien durch ein Gutscheinsystem ermöglichen, auf Privatschulen zu gehen.

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US-Präsident Donald Trump und US-Bildungsministerin Betsy DeVos besuchten Anfang März in Orlando (USA) die Privatschule "St. Andrews Catholic School".

Quelle: dpa

Marburg. Laut dem österreicherrischem "Kurier" würden in diesem System Eltern vom Staat Gutscheine erhalten, die sie an Privatschulen gegen Unterricht eintauschen könnten.. Auch in Deutschland waren solche Systeme schon in der Diskussion. Kritiker sind der Meinung, dass das Schulsystem dadurch entprofessionalisiert werden würde. Öffentliche Schulen würden dann weniger Geld erhalten, was zu einer Verschlechterung der Qualität des Unterrichtes führe.

Auch wurden in den letzten sechs Jahren Standards eingeführt, die festlegen, was ein Schüler nach jedem Schuljahr in den Fächern Englisch und Mathematik können muss. Für Privatschulen gibt es solche Standards nicht. So hätte der Staat viel weniger Kontrolle über die Unterrichtsqualität. DeVos ist Befürworterin der Charterschulen, die zwar staatlich finanziert werden, aber weitgehend frei agieren können und nicht an die Standards der Staatsschulen gebunden sind.

"DeVos hat kaum Erfahrung im Bildungssektor"

Betsy DeVos ist Tochter von Edgar Prince, der als Gründer eines Automobilzulieferers zum Milliardär wurde. Ihr Schwiegervater ist der Chef des Unternehmens Amway und ebenfalls Milliardär. Sie selbst ist Vorstandschefin der Windquest Group, die sich mit alternativen Energien beschäftigt. Die Familie spendet viel Geld an Krankenhäuser, Hochschulen und Sozialprojekte sowie an Organisationen, die ihre politischen Interessen vertreten.

Betsy DeVos war Privatschülerin und hat vor ihrer Ernennung zur Bildungsministerin nie wirklich gearbeitet. Sie war Vorsitzende der Republikaner in Michigan, hatte aber bisher laut der Süddeutschen Zeitung kein politisches Amt auf nationaler Ebene. Da sie kaum Erfahrung im Bildungssektor hat, ist sie in ihrem neuen Amt äußerst umstritten.

Allerdings ist sie laut Deutschlandfunk, anders als Jerry Fallwell jr., der ursprünglich von Donald Trump für das Amt vorgesehen war, keine erklärte Anhängerin des Kreationismus und plant bisher nicht, ihn an Schulen zu unterrichten.

von Bastian Kasper, 10. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg

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