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Abitur – und dann?

Zukunftspläne Abitur – und dann?

Jeder kennt es, das schwierige Thema, an dem kein Weg vorbeiführt: Wie geht es nach der Schule weiter? Studium, Ausbildung, FSJ, Au Pair, Work and Travel? Die Möglichkeiten sind vielfältig und überfordern viele.

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32,7 Prozent der Abiturienten der Amöneburger Stiftsschule wollen nach dem Abitur ein FSJ oder Ähnliches machen.

Quelle: dpa

Amöneburg. Oftmals ist die Schullaufbahn von der Entscheidung der Eltern abhängig, denn sie bestimmen, welchen Weg die eigenen Kinder nach der Grundschule einschlagen, ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium.
Aufgrund dieser Entscheidung ist die weitere Laufbahn der Kinder bereits vorprogrammiert. Sie können erst im Laufe ihres Lebens selbst entscheiden, was das Beste für sie wäre.

Obwohl es immer wieder Möglichkeiten gibt, Einblicke in das Berufsleben zu gewinnen, ist es nicht gerade einfach, den für sich passenden Beruf zu finden, den man in der Regel sein ganzes Leben lang ausüben wird.
Aus Erfahrung wissen wir, dass die Schüler der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg zum ersten Mal in der 7. Klasse mit der Arbeitswelt konfrontiert werden, indem sie am „Girls‘ und Boys‘ Day“ teilnehmen.

Mehr Praktika wären eine große Hilfe für Schüler

Die nächste Orientierung erhalten sie bereits zwei Jahre später. In der 9. Klasse findet ein zweiwöchiges Betriebspraktikum statt. In diesem Zusammenhang lernen die Schüler erstmals alles rund um das Thema Bewerbung. Dies begleitet sie ein Leben lang. Außerdem durchlaufen sie das Sozialpraktikum „Compassio“ in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe. Für weitere Praktika bleibt keine Zeit, dennoch wären sie den Heranwachsenden eine große Hilfe, zumal das Ende der Schullaufbahn immer näher rückt.

Weitere Möglichkeiten, um den passenden Beruf zu finden, sind Angebote wie „Nacht der Bewerber“, „Ansage Zukunft“ oder die Hochschulinformationstage der verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen. Außerdem besteht für die Schüler noch das Angebot, die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit zu nutzen. An der Stiftsschule steht die Berufsberaterin Frau Seim regelmäßig zur Verfügung. Dort hilft sie Schülern individuell, indem sie Gespräche und Infoveranstaltungen durchführt.

Trotz allem ist die Wahl nicht einfach. Auch diejenigen, die bereits eine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft haben oder sich sogar schon in einem Bewerbungsverfahren befinden, wissen noch nicht sicher, ob sie dabei Erfolg haben werden.

Will man eine Ausbildung machen, so muss man zunächst verschiedene Stufen des Bewerbungsverfahrens durchlaufen, bevor man am Ende eine Zusage bekommt. Wenn man lieber studieren möchte, dann muss man andere Hürden meistern, um letzten Endes einen Studienplatz zu bekommen. Dies beginnt allein beim Schulabschluss. Ohne Abitur oder Fachabitur besteht die Möglichkeit des Studierens nicht.

Ein weiteres Hindernis ist der sogenannte Numerus Clausus (NC), der bei bestimmten Studienfächern vorausgesetzt wird. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Medizin-Studium. Ein Grund, weshalb man dies nicht studieren kann, ist ein „zu schlechter“ Notendurchschnitt. Manche können Medizin nicht studieren, weil ihre Qualifikation dies nicht zulässt. Andere besitzen Leidenschaft auf diesem Gebiet, aber werden aufgrund ihrer Noten sofort aussortiert. Angehende Studenten haben zwar das Wissen für diesen Studiengang, aber haben andere Schwächen im Alltag und in der Praxis.

Außerdem spielen finanzielle Mittel sowie die Wohnsituation eine wichtige Rolle. Gerade in beliebten Universitätsstädten ist die Suche nach einer Wohnmöglichkeit oft erfolglos. Des Weiteren sind die Wartezeiten bei diesem und anderen Studiengängen teilweise sehr lang und man muss diese Zeit anderweitig überbrücken.

Die einen beginnen eine Ausbildung oder machen ein Freies Soziales Jahr (FSJ), die anderen jobben nebenbei.  Generell überbrücken viele auf diese Weise oder gehen ins Ausland, da sie erst einmal Abstand von „Schule und Lernen“ gewinnen wollen.
Erfahrungsberichte ehemaliger Schüler  reflektieren sehr viel Positives. Sie empfehlen, solche alternativen Angebote zu nutzen, da man daraus viel für das weitere Leben lernen kann und selbstständiger wird. Man kann die Welt bereisen und sammelt Eindrücke, die man sonst vielleicht nie erlebt. Steht man bereits mit beiden Beinen im Leben, bleibt dafür oft keine Zeit mehr.

61,1 Prozent der Schüler wollen nach Abi studieren

Bei einer Umfrage des diesjährigen Abiturjahrgangs der Stiftsschule Amöneburg, (leider konnte aufgrund einer schulischen Exkursion nur ein Teil der Abiturienten befragt werden/es konnten auch mehrere Antworten angekreuzt werden), ergab sich folgendes Ergebnis: Von 67 befragten Schülern gaben 61,1 Prozent an, dass sie studieren möchten. Davon haben 40,3 Prozent bestimmte Pläne, die Übrigen wissen noch nicht genau, welches Studienfach sie anstreben. 17,9 Prozent wollen eine Ausbildung beginnen, von denen etwa die Hälfte bereits eine Zusage hat.

Der prozentuale Anteil derjenigen, die sich für ein duales Studium interessieren, ist mit 5,9 Prozent sehr gering. 32,7 Prozent wollen die Zeit nach dem Abitur anderweitig nutzen, indem sie ein FSJ oder Ähnliches machen. Mehr als die Hälfte der Befragten wollen nach der Schule zusätzlich arbeiten gehen. Ein weiterer Teil von 8,9 Prozent hat (noch) keine Pläne, wie es nach dem Abitur weitergehen soll.

Aus den Ergebnissen der Umfrage ist deutlich zu erkennen, dass die meisten Schülerinnen und Schüler studieren wollen. Daraus folgert sich, dass eventuell in vielen (handwerklichen) Berufen freie Stellen zur Verfügung stehen werden.
 Vor allem Ausbildungsberufe wie zum Beispiel Bäcker und Konditor oder Bus- oder LKW-Fahrer sind unbeliebt. Grund dafür sind zum einen frühe Arbeitszeiten und zum anderen eine schlechte Bezahlung. Zudem bringen diese Berufe unter Umständen auch noch weitere Belastungen mit sich.

Viele Arbeitnehmer müssen unter Zeitdruck arbeiten, weil sie nach dem Motto „Zeit ist Geld“ bezahlt werden. Auf der anderen Seite gibt es beliebte Berufe, die überlaufen sind. Viele kennen nur die „Standard“-Berufe, obwohl es ein vielfältiges Angebot an Ausbildungen und Studienfächern gibt.

Für viele junge Erwachsene ist es schwierig, den richtigen Weg zu finden. Deshalb muss man für sich persönlich entscheiden, was für einen der passende Berufsweg ist.

von Laura-Sophie Müller, Kristina Görge und Johanna Dörr, Jahrgang 12, Stiftsschule

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