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Elisabethschule Marburg

Vom Drogen-Junkie zum Kung-Fu-Trainer

Hilfe zur Selbsthilfe – so lautet das Motto des alten Gutshofs Fleckenbühl bei Cölbe. Dort leben und arbeiten gemeinsam etwa 120 Süchtige in einer ­Gemeinschaft.
Auf Hof Fleckenbühl in Schönstadt können sich ehemalige Suchtkranke aus ihrer Abhängigkeit befreien und zurück ins Leben finden. Foto: Thorsten Richter

Auf Hof Fleckenbühl in Schönstadt können sich ehemalige Suchtkranke aus ihrer Abhängigkeit befreien und zurück ins Leben finden.

© Thorsten Richter

Schönstadt. Ohne Ärzte oder Therapeuten lernen die Fleckenbühler auf Drogen, Alkohol, Tabak oder Medikamente zu verzichten, von denen sie früher abhängig waren. Eine schulische Ausbildung sowie den Hauptschulabschluss kann man außerdem vor Ort machen.1984 startete der Fleckenbühler Hof mit neun Erwachsenen und drei Kindern aus Berlin, die den Gutshof restaurierten und bezogen.

Von da an wuchs er immer weiter, da jeder neue Süchtige jederzeit aufgenommen werden kann. Heute gibt es auf dem Hof eine Käserei, eine Metzgerei, eine Töpferei, eine Bäckerei, eine Kindertagesstätte sowie einen Bio-Hofladen und vieles mehr. Das alles wird eigenhändig  von dem allgemeinnützigen Verein „Die Fleckenbühler“, unter der Leitung von Dagmar und Christoph Feist, betrieben.

In Fleckenbühl ein neues Leben gestartet

Im Großraum Marburg-Frankfurt bietet der Verein eine Reihe von eigenen Produkten und Dienstleistungen an, wie Landprodukte, Keramikartikel oder Umzugsservice. Finanziert wird das Ganze ungefähr zur Hälfte durch die eigenen Einnahmen, wie Christoph Feist den Schülerreportern erklärte. Die andere Hälfte der Kosten, die der Hof schluckt, wird aber auch durch Spenden und Bußgelder finanziert, das heißt manche Geldstrafen, die Verbrecher bezahlen müssen gehen zum Teil an diesen Hof.

Außerdem gibt es noch zwei weitere ähnliche Häuser; eines in Frankfurt und eines für Jugendliche in Leimbach. In Fleckenbühl war auch der heutige Kung-Fu-Trainer Stefan Wolf. 15 Jahre lang war er von Drogen abhängig, bis er mit 28 Jahren nach Fleckenbühl kam. Dort startete er sein neues Leben.

Er lernte seine heutige Frau kennen, begann Kampfsportarten zu lernen und eröffnete letztendlich seine eigene Kung-Fu-Schule, in der er Kampfsportarten wie Kickboxen, Kide Kune Do und Wing Chun Kung Fu unterrichtet. Mit dieser Schule in Marburg verdient er heute selbstständig das Geld für sich und seine Familie. Seit 22 Jahren ist er nun trocken, sieht die Jahre davor jedoch eher als etwas Positives, das man weitergeben kann und aus dem er gelernt hat.

von Luzia Mira Zimmer und Ayla Rinke, Klasse 8e, Elisabethschule Marburg


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