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Elisabethschule

Verteilen statt vernichten

Die Marburger Tafe ist eine Hilfsorganisation für Bedürftige. Hier können sie sich mit Lebensmitteln eindecken. 200 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen etwa 1800 Menschen, deren Einkommen nicht für das Nötigste reicht. Die Marburger Tafel wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen.
Mitarbeiter der Marburger Tafel sortieren gespendete Lebensmittel im Lager ein. (Foto: Tobias Hirsch)

Mitarbeiter der Marburger Tafel sortieren gespendete Lebensmittel im Lager ein.

© Tobias Hirsch

Marburg. Um zu erfahren, wie der Verein arbeitet, haben wir mit Katharina Hertlein gesprochen, einem Vorstandsmitglied der Marburger Tafel.

Schüler: Was ist Ihr Konzept?
Katharina Hertlein: Unser Motto ist: "Verteilen, nicht vernichten". Wir bekommen von den Supermärkten aus der Umgebung Produkte aus dem Sortiment, holen sie ab und verteilen sie auf sogenannte "Körbchen".

Schüler: Was ist in einem "Körbchen" enthalten?
Hertlein: Wurst und Käse, Obst und Gemüse, Brot, Süßes und haltbare Sachen wie zum Beispiel Nudeln.

Schüler: Wie finanziert sich die Marburger Tafel?
Hertlein: Die Marburger Tafel lebt ausschließlich von Spenden.

Schüler: Haben Sie bestimmte Öffnungszeiten oder können Bedürftige kommen, wann sie wollen?
Hertlein: Jeder Kunde kommt einmal pro Woche zu einem festen Termin und holt sich sein "Körbchen" für die Woche ab.

Schüler: Kann jeder ein "Körbchen" bekommen oder gibt es Einschränkungen?
Hertlein: Man muss bestimmte Papiere vom Amt vorlegen. Dann wird überprüft, ob man berechtigt ist Kunde bei der Tafel zu sein.

Schüler: Wie kann man spenden?
Hertlein: Man kann Mitglied werden oder einmal Geld spenden. In ein paar Supermärkten stehen auch Spendenboxen, wo man Essen hineinwerfen kann.

Schüler: Kommen aktuell viele Flüchtlinge zu Ihnen?
Hertlein: Sie dürfen herkommen, wenn sie einen festen Wohnsitz in Marburg und Umgebung haben. Wir arbeiten aber nicht mit dem Flüchtlingslager zusammen, das übersteigt unsere Möglichkeiten, da es von der Planung her zu kompliziert wäre. Allerdings haben wir jetzt montags auch geöffnet und da kommen ausschließlich nur Flüchtlinge.

Schüler: Glauben Sie, es ist den Familien peinlich, hierher zu kommen?
Hertlein: Ich denke, dass es niemandem wirklich angenehm ist. Das sieht man auch daran, dass manche Kunden die Lebensmittel in Supermarkttüten oder in Koffer umpacken, so dass es aussieht, als würden sie vom Einkaufen kommen oder vom Bahnhof.

Schüler: Was sagen Sie zu dem gerade in Frankreich beschlossenen Gesetz, nach dem Supermärkte noch essbare Lebensmittel nicht mehr wegwerfen dürfen?
Hertlein: Zum einen würde es uns helfen, weil wir mehr bekommen würden. Zum anderen finde ich es auch für die Gesellschaft von Vorteil, da Essen einen Wert hat und man es nicht einfach so wegwerfen sollte.

von Fanni Dieterich und Alexandra Seip, Elisabethschule Marburg


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