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Brüder-Grimm-Schule Marburg

Umwelterziehung fängt früh an

Kalt, nass, rutschig, braun-grauer Matsch - egal! Nichts hält Silvia Seidel-Marques und ihre Kinder davon ab die Umwelt zu schützen. An einem kühlen Februartag diesen Jahres konnte man am Ockershäuser Waldrand an der Herrmannstraße eine ungewöhnliche Beobachtung machen.
Die weggeworfene Verpackung eines Schokoriegels liegt in der Nähe eines Spielplatzes. Foto: Dirk Kruse / pixelio.de

Die weggeworfene Verpackung eines Schokoriegels liegt in der Nähe eines Spielplatzes.

© Dirk Kruse / pixelio.de

Kleine, bunt angezogene Kinder, Schaufeln, Matsch und ganz viel schmutziger Müll auf dem Boden. Spielen die etwa im Müll hier? Woher kommt dieser ganze Dreck? Grund genug, um mal nachzufragen:

Ole: Entschuldigung, was machen Sie da?
Silvia Seidel-Marques: Wir fegen hier den Müll weg.

Ole: Warum tun sie das?
Seidel-Marques: Wir kommen jeden Tag hier vorbei und der Müll stört uns, die Kinder beschweren sich, finden das ziemlich blöd.

Ole: Wer, vermuten Sie, ist für das Chaos verantwortlich?
Seidel-Marques: Das sind die vielen Leute, die jetzt hier, ich weiß nicht warum, parken und ihren Müll einfach aus dem Auto werfen. Und wenn irgendwo schon mal Müll rumliegt, schmeißen die Leute immer gerne noch mehr dazu.

Ole: Wann sind Sie auf die Idee gekommen?
Seidel-Marques: Ich bin heute erst auf die Idee gekommen, ich dachte: Jetzt reicht es mir, weil wir jeden Tag hier vorbei kommen und das sehen müssen. Ich finde das total blöd, dabei ist der Wald so schön.

Ole: Machen Sie solche Aktionen öfter?
Seidel-Marques: Müll sammeln eigentlich nicht, aber wir sind sehr oft hier oben im Wald, um zu spielen. Wir wollen daher auch, dass es hier schön ist und es den Tieren gut geht. Denn wenn sie diesen Müll fressen, werden sie krank.

Ole: Sind das alles Ihre Kinder?
Seidel-Marques: Nein, das sind nicht meine Kinder, das sind Tageskinder, die betreue ich in der Woche tagsüber.

Ole: Meinen Sie, das Müll sammeln macht den Kindern Spaß?
Seidel-Marques: Ich glaube, in diesem Alter finden es die Kinder gut, wenn sie nachahmen können. Sie finden es schön, wenn sie das machen können, was die Erwachsenen machen. Aber mir ist auch wichtig, dass die Kinder merken, dass das, was hier rumliegt, nicht in die Natur gehört. Sie sollen sehen, dass das etwas ist, was die Menschen zwar gemacht haben, was aber nicht in Ordnung ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Hintergrund

Müll im Wald ist ein echtes Problem. "Wilde Müllkippen" gibt es dort immer öfter. Sie entstehen, wenn jemand seinen Müll irgendwo liegen lässt und andere Leute ihren Müll einfach dazu schmeißen. Die Förster müssen das dann aufräumen, was viel Zeit kostet.

Denn wenn Müll einfach liegen bleibt, ist das nicht nur giftig für Boden und Grundwasser, sondern auch für Tiere gefährlich: Offene Getränkedosen zum Beispiel bringen Füchse, Igel und Mäuse dazu ihre Schnauzen hineinzustecken. Vögeln können vor allem durch Plastikschnüre, die sich leicht um ihre Beine und Füße wickeln können, verletzt werden. Plastikhüllen und Süßigkeitenverpackungen werden von Vögeln in ihre Nester eingebaut. Dadurch kann das Regenwasser nicht mehr abfließen und die Vogelkinder können ertrinken.

An Tagesmutter Silvia und ihren kleinen Tageskindern sollte man sich ein Beispiel nehmen. Doch auch wenn nicht jeder Lust hat fremden Müll wegzuräumen, kann man doch wenigstens seinen eigenen Müll nicht im Wald oder am Wegrand, sondern in einer Mülltonne entsorgen. Schade, dass nicht alle Tageskinder bei Silvia Seidel-Marques sein können.

 

von Ole Schneider, Klasse 4a, Brüder-Grimm-Schule Marburg

 


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