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Elisabethschule

Mit Unterstützung zur Selbstständigkeit

Schülerreporterin Leoni Eysel besuchte und befragte die blinden und sehbehinderten Schüler der Blista Marburg nach ihrem Schulalltag.
Hier gehen die blinden und sehbehinderten Schüler von der 5. Jahrgangsstufe bis zum Abitur zur Schule.

Hier gehen die blinden und sehbehinderten Schüler von der 5. Jahrgangsstufe bis zum Abitur zur Schule.

© Tobias Hirsch

Marburg. Die deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg, kurz genannt „Blista“, ist die einzige Förderschule für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland, in der die Schüler die allgemeine Hochschulreife erlangen können. Daher gibt es ein Internat, in dem die Schüler ab der 5. Klasse wohnen können.

Das Internat besteht aus einzelnen Wohngruppen, die sich in der Marburger Kernstadt verteilen. In den verschiedenen Wohngruppen gibt es pädagogische Mitarbeiter, die in abwechselnden Schichten die Schüler betreuen. Dort lernen die Schüler einen selbständig(er)en Alltag zu bewältigen, sei es im schulischen Bereich oder bei den lebenspraktischen Fähigkeiten wie Wäsche waschen, Essen zubereiten oder einkaufen.

Marburg ist auf die Sehbehinderten und Blinden ausgerichtet, was zum Beispiel an den piependen Ampeln oder an den neuen Busanzeigetafeln mit Vorlesefunktion deutlich wird.

Das Leben ist leichter geworden

Die Stadt ist bemüht, dass sich Sehbehinderte und Blinde möglichst barrierefrei bewegen können. In der Schule der Blista gibt es nur kleine Klassen mit etwa acht bis zehn Schülern. Bei meinem Besuch in einer der Wohngruppen berichtete eine Schülerin, die die neunte Klasse der Carl-Strehl-Schule besucht: Ihr Leben sei durch die Blista viel leichter geworden, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, wenn sie da etwas nicht verstehe gebe es die Möglichkeit, die etwas älteren Schüler zu fragen.

Außerdem sei sie auch viel selbständiger geworden. Zuhause waschen die Eltern die Wäsche oder gehen einkaufen, in der Blista waschen die älteren Schüler ihre Wäsche selber und gehen auch für die Wohngruppe einkaufen. Neue oder jüngere Schüler werden beim Einkaufen von einem pädagogischen Mitarbeiter der betreffenden Wohngruppe begleitet. Auch der Küchendienst wird von den Schülern übernommen. Ihr Tagesablauf sei fast jeden Tag gleich, berichtet die Schülerin.

Jeden Tag bis ein oder zwei Uhr Schule, dann die Hausaufgaben erledigen. Dennoch bleibe auch noch genug Freizeit, um zum Beispiel Freunde zu treffen oder mit den Schülern in der Wohngruppe etwas zu machen. Abends wird gemeinsam in der Wohngruppe gegessen.

„Wohngruppe ist wie eine kleine Familie“

Viele Menschen seien sehr hilfsbereit und helfen, zum Beispiel im Bus und auch allgemein bei anderen Dingen. Ihre Meinung zur Blista ist sehr positiv, da ihr Leben, seit sie bei der Blista ist, leichter und selbständiger geworden ist. Außerdem findet sie es gut, dass man trotz Schule und allen anderen Verpflichtungen immer noch genug Freizeit hat.

Ein anderer Schüler aus einer der Wohngruppen, der kurz vor seinem Abitur steht, berichtet: Sein Tagesablauf sei jeden Tag verschieden. Bis zur 10. Klasse sei die Schule regelmäßig, in der Oberstufe sei es unterschiedlich, deshalb sei der Tagesablauf auch jeden Tag verschieden. Da er in der Abiphase ist, hat er auch nicht mehr so viel Freizeit wie früher. Das WG-Leben gefällt auch ihm gut.

Er fügte auch noch hinzu: ,,Die Betreuer sind wie zusätzliche Eltern und die Mitschüler wie Geschwister. Jede Wohngruppe ist wie eine kleine Familie.“ Die Blista biete ihm viele Möglichkeiten für seine Zukunft. Außerdem bereite sie ihn auch gut auf das spätere Leben vor. Auch sein Alltag sei durch die Förderung an der Blista leichter geworden. Durch die viele Unterstützung, auch durch die RES (Rehabilitationseinrichtung), werde seine Selbständigkeit gefördert.

Auch bei ihm hat die Blista positiv zu seiner Entwicklung beigetragen. „Die Blista hat mich offen für die Welt gemacht“, sagte er zum Abschluss. Beide interviewten Schüler finden die Blista besser als eine andere Schule für Sehbehinderte und Blinde, weil sie mehr auf den Bedarf von den Schülern achtet.

Louis Braille Festival zum Jubiläum

Außerdem bietet die Blista den Schülern bezüglich des Schulabschlusses viele Möglichkeiten: das allgemeine Abitur, Fachabitur (Schwerpunkte sind Sozialwesen, Wirtschaft oder Gesundheit), duale und vollschulische Ausbildungen. Es war ein sehr interessanter Einblick in das Internatsleben der Blista und die Schüler sind mir sehr freundlich und offen begegnet.

Zum Abschluss möchte ich noch die 100-jährige Jubiläumsfeier der Blista erwähnen. Hierzu findet das „Louis Braille Festival“ vom 1. bis 3. Juli 2016 im Georg-Gaßmann-Stadion statt. Mein persönliches Fazit: „Ich finde es ganz toll, dass es die Blista gibt und sie sehbehinderten und blinden Menschen so viel an Unterstützung bietet und für eine so gute schulische Bildung sorgt.“

von Leoni Eysel, Klasse 8c, Elisabethschule


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