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Elisabethschule Marburg

Gibt es wirklich weniger Leseratten?

Liest die Jugend von ­heute wirklich weniger? Welche Bücher und Autoren sind im Trend? Carolin Lotz und Julia Sophie ­Vollmer haben sich auf die Suche nach Antworten gemacht.
Auch bei Jungen ist Lesen beliebt, vor allem „Percy Jackson“ oder „Paper Town“, weiß Lisa Schott von der Buchhandlung Thalia.

Auch bei Jungen ist Lesen beliebt, vor allem „Percy Jackson“ oder „Paper Town“, weiß Lisa Schott von der Buchhandlung Thalia.

© Simone Peter / Pixelio.de

Marburg. Lisa Schott, eine Mitarbeiterin der Thalia-Filiale Marburg, stand uns Rede und Antwort zum Thema „Liest die Jugend noch?“.

Schülerinnen: Lesen die Jugendlichen heutzutage wirklich weniger als die Jugendlichen in Ihren Kindertagen?
Lisa Schott: Damals war ich natürlich noch nicht im Buchhandel tätig, deshalb kann ich euch keine genauen Zahlen nennen. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es nicht weniger geworden ist.

Schülerinnen: Welche Büchertypen werden momentan von Jugendlichen bevorzugt?
Schott: Der Schwerpunkt liegt auf Fantasy, den sogenannten Dystopieromanen, wie „Die Tribute von Panem“ oder „Die Bestimmung“, die in der Zukunft mit einem anderen politischen System spielen. Das ist im Moment sehr im Trend und es gibt viele, die auf diesen Trendzug mit aufgesprungen sind.

Schülerinnen: Gibt es auch bevorzugte Autoren?
Schott: Ja, da gibt es natürlich Trends, die dieses Jahr angesagt sind, jedoch interessiert sich nächstes Jahr kein Mensch mehr dafür. Die Panem-Reihe gibt es jetzt schon seit über zehn Jahren, aber dadurch, dass die Filme jetzt schon gedreht sind, wird das eventuell ein bisschen weniger werden. Aber diese Bücher sind seit zehn Jahren eine feste Größe im Buchhandel.

Genauso wie „Harry Potter“ oder „Tintenherz“, das sind Bücher, die wir auf jeden Fall im Bücherregal haben. Da muss man dann immer unterscheiden, welche Sachen wir immer im Regal stehen haben, weil immer jemand danach fragt. Das ist aber von Laden zu Laden wahrscheinlich sehr unterschiedlich. Aber Kinderbuchklassiker, wie „Twilight“, „Rubinrot“, „Harry Potter“ und „Skulduggery Pleasant“, stehen mit großer Wahrscheinlichkeit in jeder Kinderbuchhandlung.

Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass bald als neuer Trend so etwas wie die „Obsidian-Reihe“ von Jennifer Armentrout kommt. Das waren jetzt eher Mädchen-Klassiker; für die Jungen gibt es zum Beispiel „Percy Jackson“. Bücher wie „Paper Town“ oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green sind sowohl für Jungen als auch Mädchen sehr im Trend. Es gibt aber auch Bücher wie „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne, die eher in der Schule gelesen werden. Das haben wir aber auch immer hier. Außerdem sind auch Bücher von der deutschen Autorin Ursula Poznanski wie „Erebos“ und „Saeculum“ sehr beliebt.

Schülerinnen: Merkt man an Ihren Verkaufszahlen, dass mehr E-Reader benutzt werden?
Schott: Bei uns jetzt nicht direkt, das verlagert sich ein bisschen. Im Kinder- und Jugendbereich haben sich die E-Reader noch nicht durchgesetzt. Gerade bei den Kinderbüchern ist der Bildanteil sehr hoch, was in einem E-Reader noch nicht umgesetzt werden konnte. Außerdem spielen im Jugendbereich die Anschaffungskosten des Gerätes eine nicht unbedeutende Rolle. Wie sich das allerdings weiterentwickelt, kann ich nicht genau sagen. Aber Fakt ist, der Schwerpunkt der E-Readerkäufer liegt im Moment noch im Erwachsenenbereich.

Schülerinnen: Kosten die digitalen Bücher genauso viel wie Bücher im Hardcover- oder Taschenbuchformat?
Schott: Nein, E-Books sind grundsätzlich günstiger als das gebundene Buch, aber auch nicht sehr viel. In der Regel spricht man von 10 bis 20 Prozent, das orientiert sich am individuellen Buchpreis.

Schülerinnen: Werden mehr Bücher im Internet oder in Ihren Filialen gekauft?
Schott: Bei einer so großen Kette wie Thalia mit über 210 Geschäften ist es für eine Filiale nicht genau differenzierbar.

Thalia
Thalia ist griechisch und bedeutet „die Blühende“. Sie ist die Muse der heiteren Dichtkunst und des Lustspiels und eine der neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne. Die Buchhandlungskette Thalia hat über 200 Filialen.
 

von Carolin Lotz und Julia Sophie Vollmer, Klasse 8b, Elisabethschule Marburg


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