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Elisabethschule

Ein Besuch im Waldkindergarten

Im kommenden Jahr feiert der Waldkindergarten Marburg sein fünfzehnjähriges Jubiläum. Sowohl im Sommer als auch im Winter verbringen 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ihren Vormittag im Wald rund um Wehrda.
In einem Waldkindergarten - wie hier in Sinn - machen Jungen und Mädchen die Natur zum Spielplatz. (Foto: Michael Tietz)

In einem Waldkindergarten - wie hier in Sinn - machen Jungen und Mädchen die Natur zum Spielplatz.

© Michael Tietz

Marburg. Ein Gespräch mit Marina Dörnemann, einer Waldkindergartenmutter:

Schüler: Wie oft waschen Sie die Kleider Ihrer Kinder?

Marina Dörnemann: Ich wasche jeden Tag.

Schüler: Was denken Sie, wenn Ihre Kinder mit matschigen Klamotten nach Hause kommen?

Dörnemann: Ich denke immer: "Meine Kinder hatten einen wunderschönen, spannenden Tag."

Schüler: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Kind im Waldkindergarten anzumelden?

Dörnemann: Ich bin oft mit meinem Kind, als es noch ein Baby war, in Wehrda spazieren gegangen. Bei allen Kindergärten, an denen ich vorbei gelaufen bin, war kein Kind draußen und hat gespielt. Weil ich aber auch selber als Kind gerne und oft draußen war, wollte ich, dass mein Kind auch die Möglichkeit hat, so oft wie möglich draußen zu sein. So bin ich auf den Waldkindergarten gestoßen.

Schüler: Und welche Unterschiede gibt es zu einem "normalen" Kindergarten?

Dörnemann: Die Kinder denken morgens bei schlechtem Wetter nicht: "Blöd, so ein doofes Wetter, da habe ich gar keine Lust raus zu gehen", sondern: "Juhu, heute kann ich die Gummistiefel anziehen." Außerdem ist der Kindergarten wie eine Familie.

Schüler: Können auch ärmere Familien es sich leisten, ihre Kinder im den Wald zu schicken?

Dörnemann: Die Familien mit weniger Geld müssen nur 20 Euro für das Essen zahlen, für die Betreuung der Kinder kommt die Stadt auf und ist somit für sie kostenlos.

Schüler: Haben Sie Ihre Kinder auf den Wald vorbereitet? Wenn ja, wie?

Dörnemann: Das war in der Tat schwierig, weil es keine Waldkindergartenbücher gab, die sich mit diesem Thema kindgerecht befassen. Schließlich haben wir ein Buch gefunden, das ich dann meinen Kindern vorgelesen habe.

Schüler: Gibt es Tage, an denen Sie es bereuen, Ihre Kinder in den Waldkindergarten geschickt zu haben?

Dörnemann: Nein. Ich bereue es nie, weil trotz Regen und Schnee die Kinder dort immer Spaß haben.

Schüler: Können Sie uns einen typischen Tagesablauf beschreiben?

Dörnemann: Morgens treffen sich die Kinder am Tipi, einem Zelt, das als Treffpunkt dient, und spielen dort. Danach wird im Morgenkreis gezählt, wie viele Kinder da sind und gemeinsam überlegt, wer fehlt. Zum Schluss entscheiden wir an welche der etwa 15 Stellen im Wald gegangen wird. An der Waldstelle angekommen, spielen die Kinder. Anschließend werden die Hände gewaschen und gemeinsam gefrühstückt. Später spielen sie, basteln oder singen zusammen. Nachdem sie wieder am Waldkindergarten angekommen sind, wird Mittag gegessen.

Schüler: Würden Sie sagen, dass Sie mehr Geld für Bekleidung ausgeben als andere Eltern?

Dörnemann: Nein. Ok, die Matschhosen sind teuer - aber die Sachen darunter gehen seltener kaputt.

Schüler: Was gefällt Ihnen am Waldkindergarten am besten?

Dörnemann: Am besten gefällt mir, dass die Kinder jedes Wetter schön finden und dass ihre Phantasie angeregt wird, so dass sie in einem Stock einen Kochlöffel oder einen Zauberstab sehen und lange damit spielen können.

von Bjarne Dietrich und Christen Marquardt, Klasse 8b, Elisabethschule Marburg


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