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Elisabethschule

Die Blindenstudienanstalt - Ein wichtiger Bestandteil Marburgs

Die deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg, kurz genannt "blista", ist die einzige Förderschule für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland,in der die Schüler die allgemeine Hochschulreife erlangen können. Daher gibt es ein Internat, in dem die Schüler ab der fünften Klasse wohnen können.
Die "blista" in Marburg ist eine Förderschule für Blinde und Sehbehinderte. (Foto: Leoni Eysel)

Die "blista" in Marburg ist eine Förderschule für Blinde und Sehbehinderte.

© Leoni Eysel

Das Internat besteht aus einzelnen Wohngruppen, die sich in der Marburger Kernstadt verteilen. In den verschiedenen Wohngruppen gibt es pädagogische Mitarbeiter, die in abwechselnden Schichten die Schüler betreuen. Dort lernen die Schüler selbstständig(er) den Allatg zu bewältigen, sei es im schulischen Bereich oder bei den lebenspraktischen Fähigkeiten, wie Wäsche waschen, Essen zubereiten oder einkaufen.

Marburg ist auf die Sehbehinderten und Blinden ausgerichtet, was an den piependen Ampeln oder an den neuen Busanzeigetafeln mit Vorlesefunktion deutlich wird. Die Stadt ist bemüht, dass sich Sehbehinderte und Blinde möglichst barrierefrei bewegen können. In der Schule der "blista" gibt es nur kleine Klassen mit etwa 8-10 Schülern.

Leben durch die "blista" leichter

Bei meinem Besuch in einer der Wohngruppen berichtete eine Schülerin, die die neunte Klasse der Carl-Strehl-Schule besucht: Ihr Leben sei durch die "blista" viel leichter geworden, etwa bei den Hausaufgaben, wenn sie da etwas nicht verstehe, gebe es die Möglichkeit ältere Schüler zu fragen. Außerdem sei sie auch viel selbstständiger geworden. Zuhause waschen die Eltern die Wäsche oder gehen einkaufen, in der "blista" waschen die älteren Schüler ihre Wäsche selber und gehen auch  für die Wohngruppe einkaufen. Neue oder jüngere Schüler werden beim Einkaufen von einem pädagogischem Mitarbeiter der betreffenden Wohngruppe begleitet.

Auch der Küchendienst wird von den Schülern übernommen. Ihr Tagesablauf sei fast jeden Tag gleich, berichtet die Schülerin. Jeden Tag bis ein Uhr oder zwei Uhr Schule, dann die Hausaufgaben erledigen. Dennoch bleibe auch noch genug Freizeit,um Freunde zu treffen oder mit den Schülern in der Wohngruppe etwas zu machen. Abends wird gemeinsam in der Wohngruppe gegessen. Viele Menschen seien sehr hilfsbereit und helfen etwa im Bus und auch allgemein bei anderen Dingen. Ihre Meinung zur "blista" ist sehr positiv, da ihr Leben, seit sie bei der "blista" ist, leichter und selbstständiger geworden ist. Außerdem findet sie es gut, dass man trotz Schule und allen anderen Verpflichtungen immer noch genug Freizeit hat.

Ein anderer Schüler aus einer der Wohngruppen, der kurz vor seinem Abitur steht, berichtet: Sein Tagesablauf sei jeden Tag verschieden. Bis zur zehnten Klasse sei die Schule regelmäßig, in der Obertsufe sei es unterschiedlich. Deshalb sei der Tagesablauf auch jeden Tag verschieden. Da er in der Abi-Phase ist, hat er auch nicht mehr so viel Freizeit wie früher. Das WG-Leben gefällt auch ihm gut.

Umfeld wird zur zweiten Familie

Er fügte auch noch hinzu: "Die Betreuer sind wie zusätzliche Eltern und die Mitschüler wie Geschwister. Jede Wohngruppe ist wie eine kleiene Familie. Die "blista" biete ihm viele Möglichkeiten für seine Zukunft. Außerdem bereite sie ihn auch gut auf das spätere Leben vor. Auch sein Alltag sei durch die Förderung an der "blista" leichter geworden. Durch die viele Unterstützung, auch durch das "RES" - der Rehabilitationseinrichtung -, werde seine Selbständigkeit gefördert. Auch bei ihm hat die blista positiv zu seiner Entwicklung beigetragen. "Die 'blista' hat mich offen für die Welt gemacht", sagte er zum Abschluss.

Beide interviewten Schüler finden die "blista" besser als eine andere Schule für Sehbehinderte und Blinde, weil sie mehr auf den Bedarf der Schülern achtet. Außerdem bietet die "blista" den Schülern bezüglich des Schulabschlusses viele Möglichkeiten: das allgemeine Abitur, Fachabitur mit Schwerpunkten in Sozialwesen, Wirtschaft oder Gesundheit sowie duale und vollschulische Ausbildungen.

Es war ein sehr interessanter Einblick in das Internatsleben der blista und die Schüler sind mir sehr freundlich und offen begegnet. Am ersten Juli-Wochenende feiert die "blista" ihr 100-jähriges Bestehen mit dem Louis-Braille-Festival vom 1. bis 3. Juli im Georg-Gassmann-Stadion.

von Leoni Eysel, Klasse 8 c, Elisabethschule Marburg


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