Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Brüder-Grimm-Schule

Der Weg eines Flüchtlings

Wir haben uns nach Ilyaas Mohamed Omars Weg erkundigt und Katja Simon, die Pastorin der Universitätskirche Marburg, interviewt.
Ilyaas ist nur einer von Vielen, der einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellte.

Ilyaas ist nur einer von Vielen, der einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellte.

© Timo Klostermeier/Pixelio.de

Marburg. Ilyaas flüchtete 2013 aus Somalia, weil er mit einer Frau zusammenlebte, mit der er nicht verheiratet war. Das hat die Boko Haram, eine islamische Terrororganisation, gestört. Ilyaas hat dann herausgefunden, dass die Boko Haram ihn sucht und umbringen will. Deshalb ist er sofort geflohen und hat seine Familie zurückgelassen. Er ist über Libyen durch die Wüste geflüchtet und hat als Tagelöhner gearbeitet, bis er 200 Dollar zusammenhatte für eine Überfahrt bei einem Schlepper. Sie haben ihn geschlagen und gefoltert und ihm drei Fingerkuppen abgeschnitten.

Schließlich hat er es geschafft mit einem Schlauchboot nach Italien zu gelangen, wo er wenig Unterstützung bekam. Deswegen ist er weiter gereist, nachdem er von einer italienischen Kirchengemeinde ein Ticket nach München bekommen hat. Über verschiedene Kontakte kam er schließlich nach Marburg, wo er Hilfe durch die Universitätskirche bekam.

Diese boten ihm Kirchenasyl an. Ich fragte Katja Simon: „Was ist Kirchenasyl?“ Sie erklärte mir: „Kirchenasyl ist die Möglichkeit, einem Flüchtling, der aus einem anderen Land nach Deutschland kommt, für eine bestimmte Zeit zu helfen. Eigentlich gilt das als untertauchen und das ist eine Straftat, aber weil die Kirche oder eine von der Kirche angemietete Wohnung ein besonderer Schutzraum ist, nimmt die Polizei einen dort nicht fest.“

Ilyaas durfte von Mai bis Oktober 2014 die Wohnung nicht verlassen, bis sein Asylantrag angenommen wurde. In der Zwischenzeit wurde er von Mitgliedern der Gemeinde besucht und unterstützt. In der ersten Woche des Kirchenasyls erfuhr Ilyaas,dass sein Bruder und sein Vater getötet worden waren. Inzwischen bewohnt er eine eigene Wohnung.

von Anton Neßler,
Klasse 4a,
Brüder-Grimm-Schule Marburg


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meistgelesene Schüler-Artikel

Schüler lesen die OP 2016







  • Sie befinden sich hier: Brüder-Grimm-Schule – Der Weg eines Flüchtlings – op-marburg.de