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Freie Waldorfschule

Zwei Wochen ohne Handy?

Im Wald hört man schon von weitem fröhliches Lachen. Man sieht die „Meute“ des Pfadfinderstammes Löwenherz zu ihrem Pfadfinderheim gehen.

Zwei Pfadfinderinnen eines Rudels auf Großfahrt durch die Toskana.

© Privatfoto

Marburg. Wie auch die älteren Gruppen, treffen sich die Sechs- bis Zehnjährigen dort wöchentlich um sich draußen mal so richtig austoben zu können. Kinder, die älter als zehn Jahre alt sind, werden in kleinere Gruppen aufgeteilt – den „Rudeln“. Dann spielt die Meute auf dem großen sonnigen Vorplatz ein lustiges Rennspiel. Sie jagen sich lachend über den Platz, bis alle erschöpft auf der kleinen Wiese sitzen.

Und während sie einem Buch lauschen, naschen sie nebenbei Schokolade. Doch heute hat sich die Meutenführung noch eine Überraschung ausgedacht: Sie haben Stockbrotteig vorbereitet. Nun sind alle eifrig dabei, ein Feuer zu entfachen und im Wald passende Stöcke für ihr Brot zu suchen. Ab zwölf Jahren wird das Rudel zur Sippe. Sie tragen dann, statt des gelben Halstuchs der Meuten- und Rudelkinder, ein blau-gelbes, welches für Verantwortung steht.

„In der Sippe macht man nicht mehr so viele Spiele, aber man trifft sich meistens noch wöchentlich. Das coolste sind aber die Großfahrten in ein anderes Land“, erzählt Camilla Schütt.

Großfahrt ist tolles Erlebnis

Die zwölf bis achtzehn Jahre alten Mitglieder der Sippen fahren in der Gruppe einmal im Jahr auf Großfahrt. Gemeinsam suchen sie sich das Land und die Wanderroute aus, wo sie mit Zelt und Rucksack wandern wollen. „Auch, wenn es mal regnet und man total fertig ist, überwiegen die schönen Momente und das tolle Erlebnis, was man zusammen teilt“, sagt Clara Güdde.

Zu den verschiedenen Jahreszeiten gehen die Löwenherzen auf Fahrt oder zu Lagern. Im Winter findet jährlich das Adventslager statt, zu dem der komplette Stamm kommt. Dort übernachten sie in Hütten, machen viele Geländespiele und Mitmach-AGs. Die Pfadfinder achten generell darauf, während der Pfadfinderaktionen keine elektronischen Geräte zu benutzen. Der Vergleich zwischen Pfadfindern und Jugendlichen, die nicht bei den Pfadfindern sind, macht es deutlich.

„Flusswasser reinigt den Magen“

Auf die Frage „Würdest du zwei Wochen ohne Handy aushalten?“ antwortet die 13-jährige Marlene Buachholz: „Ich würde es schaffen, aber es wäre nicht einfach.“ Sie ist nicht bei den Pfadfindern. „Ja, ich würde das schaffen. Bei den Pfadfindern zählen andere Sachen, da braucht man kein Handy“, sagt Isabel Deucker. Sie ist auch 13 Jahre alt, aber sie ist Pfadfinderin.

„Würdest du zur Not mit Flusswasser kochen? „ lautet die nächste Frage: „Ja, easy, Flusswasser reinigt den Magen“, lächelt Till Raisch, 17 Jahre alt und Pfadfinder. „Ja, zur Not würde ich es abkochen“, sagt der 15-jährige Daniel Broszeit, der nicht bei den Pfadfindern aktiv ist.

von Clara Güdde und Paula Sturm, Klasse 9, Freie Waldorfschule Marburg


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