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Gymnasium Philippinum

Südsudan: Ein Land ohne Hoffnung

Kaum Essen, kaum Trinken, kaum Schulen, kaum Krankenhäuser: Doch nicht nur daran mangelt es den Südsudanesen

Vielen Kindern geht es sehr schlecht im Südsudan.

© Kate Holt / dpa

Marburg. In dem jüngsten Land Afrikas, dem 2011 gegründeten Südsudan, gibt es immer noch keine Hoffnung auf Frieden und einen zukunftsträchtigen Aufbau des Staates. Neben Kämpfen und Massenexekutionen macht auch der Mangel an Lebensmitteln und Trinkwasser der Bevölkerung zu schaffen. Das Land ist am Punkt der Katastrophe angelangt – und es gibt keine Aussicht auf Besserung.

Das Schlimmste für die Zivilbevölkerung sind neben den Morden und Schießereien der Hunger. Unaufhaltsam verwandelt sich das eigentlich fruchtbare Land mitten in Afrika in eine ausgedörrte Steppe, in der Getreideanbau beinahe unmöglich ist. Auch Trinkwasser ist für die Bewohner des Südsudans nichts Selbstverständliches, da viele Brunnen verschmutzt oder ausgetrocknet sind.

Zerstörte Felder

75 Prozent der Bevölkerung besitzen derzeit keine oder nicht genügend Lebensmittel, um zu überleben. Ein Grund für das Fehlen von Essen und Trinken sind auch Naturkatastrophen wie Dürren oder zu viel Regen. Denn wenn zu viel Wasser auf die ausgetrocknete Erde kommt, wird dieses nicht aufgenommen, sondern steht auf den Feldern und Wiesen und zerstört so die wenige Ernte.

Neben diesen überlebenswichtigen Grundsätzen fehlt den meisten Menschen dort auch eine schulische Ausbildung, außerdem mangelt es an Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Sanitätsdiensten.

Hilfsorganisationen können nur wenig ausrichten

Ein Dorf des Staates hat es besonders schlimm: Alle 800 Bewohner teilen sich eine einzige Latrine. Sie können nicht einmal weitere bauen, da ihnen dafür das nötige Werkzeug fehlt. Zwar gibt es viele Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel die Diakonie-Katastrophenhilfe. Diese geben bis zu 1,8 Millionen Euro aus und versuchen hingebungsvoll, der verarmten, hungernden Bevölkerung Hilfe zu leisten.

Schätzungsweise jeder Zweite ist zudem von dem Streit des Präsidenten Salva Kiir und des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar betroffen. Die Regierung selber kürzt die Geldausgaben weiterhin und lässt ihr Volk erbarmungslos hungern. Die Regierung verdiene Millionen während die Bevölkerung mit Mühe und Not den Tag überlebe, unterstellt eine Touristin des Landes, als sie wieder in Deutschland ist.

Bodenschätze werden nicht genutzt

An Krankheiten oder Hunger sterben hier täglich etwa vier Kinder, viele Eltern haben nicht die nötigen Mittel, um ihren Nachwuchs zu einem der wenigen Krankenhäuser zu bringen. Manchmal besitzen auch die Krankenhäuser selber nicht alle Instrumente oder Medikamente um vernünftig helfen zu können.

Die unaufhaltsame Versteppung des Landes führt dazu, dass die Vegetation, die eigentlich üppig und voll sein könnte, austrocknet, ausdörrt und immer spärlicher wird. Trotz seiner Armut vernachlässigt das Land auch die vielen Bodenschätze, mit deren Hilfe es vielleicht genug Geld für ein ordentliches Leben der Bevölkerung finanzieren könnte.

Verschmutzung und Wassermangel

Viele Dörfer nennen zwar einen Brunnen oder andere Wasserquellen ihr Eigen, aber richtigen Nutzen können daraus nur wenige ziehen. Die Versteppung des Landes betrifft auch den Boden und einige Wassereinnahmen sind komplett ausgetrocknet, andere nur zum Teil.

Doch das größere Problem ist die Verschmutzung der Brunnen durch Abfälle und sonstigen Müll, der überall gelassen wird: in Flüssen, Straßen, Häusern. Nicht nur Brunnen werden dadurch verschmutzt, auch die Vegetation und Tierwelt leidet stark an dem vielen Müll, der achtlos in die Wildnis geworfen wird.

Trotzdem schaffen große Teile der Bevölkerung, irgendwie zu überleben. Sie trotzen den rücksichtslosen Morden, geben sich mit einer Mahlzeit am Tag zufrieden und holen fleißig von dem manchmal Stunden entfernten Brunnen Wasser. Dieser Leistung sollte Respekt gezollt werden. Auch wenn sie keine andere Wahl haben.

von Ayla Balzter, Klasse 8b, Gymnasium Philippinum


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