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Elisabethschule

Strom und Wärme - Made in Mellnau

„Früher bauten die Bauern Weizen und Hafer an. Heute bauen sie mehr oder weniger Energie an“, sagt Björn Krieg, ein Bekannter des Geschäftsführers der Biogasanlage, Stefan Lölkes, als ich mich mit ihm zu einem Gespräch über die Mellnauer Biogasanlage „Vor den Tannen“ treffe.

So sieht eine Biogasanlage aus der Ferne aus.

© Hartmut910 / Pixelio.de

Mellnau. Ursprünglich wurde die Biogasanlage für die Bauern und die Umwelt gebaut. Da die Milchpreise extrem gesunken sind, brauchten viele Bauern eine weitere Einnahmequelle, berichtet Krieg. Gibt es noch andere Gründe für den Bau?

„Zum einen wohnt der Besitzer der Biogasanlage, Stefan Lölkes, nahe bei der Anlage. Sie ist nicht weit von den vier Nachbarorten Ober- und Unterrosphe, Mellnau und Wetter entfernt. Hören kann man dennoch nichts davon, also stört es eigentlich auch nicht“, sagt er. Natürlich ist das Kraftwerk, wie sein Name schon verrät, biologisch, denn es wird mit nachwachsenden und organischen Stoffen betrieben. Das sind Dinge wie Mais und auch Kuhmist.

Motor wandelt Gas in Strom und Wärme um

Und wie funktioniert eine Biogasanlage? „Eigentlich“, sagt Krieg, „ist es ganz einfach. Die biologischen Stoffe kommen in zwei Fermenter, große Behälter, in denen das Wichtigste, nämlich der Gärprozess, stattfindet.“ Durch das Gären, oder das Verfaulen, entstehen Gase. Diese Gase werden in einen Motor an der Anlage geleitet, der das Gas in Strom und Wärme umwandelt.

Die Wärme wird dabei direkt in die Fermenter geleitet, um den Gärprozess zu beschleunigen und auch bei kalten Außentemperaturen die sichere Gärung zu gewährleisten. Der entstandene Strom wird dabei direkt ins Mittelspannungsnetz geleitet. 850 Kilowatt Leistung entfallen dabei allein auf die Wärme, die entsteht.

Es profitieren alle

In Oberrosphe, dem nächstgelegenen Dorf, ist ebenfalls ein Motor, der das ganze Dorf mit Wärme versorgen kann. Das Beste daran ist folgendes: Die umliegenden Bauern fahren den Mais und Mist zum Gären. Strom und Wärme wird hergestellt und die Rückstände kann man nach dem Gärvorgang noch als Dünger benutzen.

Das bringt den Bauern Geld und Dünger und der Gemeinde grüne Energie, die für alle vier Dörfer reichen würde, aber leider rechtlich nicht komplett genutzt werden darf. „Drei Angestellte arbeiten in der Biogasanlage, eingeschaltet ist das Biogaswerk seit Anfang 2012“, erzählt Krieg.

Anbau verlangt mehr Platz

„Also gibt es nur Vorteile bei unserer Biogasanlage?“, frage ich, gespannt auf die Antwort. „Oh das stimmt so auch nicht richtig“, sagt Krieg. „Keine Vorteile ohne Nachteile Man sieht die Fermenter auf dem Gelände und schön ist das sicher nicht. Außerdem braucht man sehr viel Fläche. Das bedeutet also, anstatt 10 000 Quadratmeter Fläche für Nahrung für Mensch oder Tier zu verwenden, wird die Fläche für den Anbau von Pflanzen für die Anlage genutzt.“

Außerdem, meint er, wird der Boden jeweils nur für Mais genutzt, eine Monokultur also, was nicht unbedingt gut für den Boden ist. „Aber alles in allem“, sagt Björn Krieg zum Schluss, „ist es ein gutes grünes Projekt. Strom und Wärme – Made in Mellnau.“

von Gian Luca Schwarz, Klasse 8b, Elisabethschule


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