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Per Mausklick geht es bequemer

Immer mehr Leute bevorzugen es, im Internet ihre Bücher bestellen. Für kleinere Buchläden, wie das Lesezeichen, ist das Internet eine große Konkurrenz.

Nicht nur Klassiker wie „Räuber Hotzenplotz“, das hier ein kleines Mädchen liest, machen Kindern Spaß. Viele Buchhandlungen beklagen jedoch, dass die Leute ihre Bücher lieber bequem im Internet bestellen.

© Bernd Weißbrod

Marburg. Buchläden leben von ihrer Kundschaft, die sich auf die individuelle Beratung der Buchhändler verlässt. Antje Tietz, Buchhändlerin im Lesezeichen, erklärt, dass das Online-Bestellen in den letzten Jahren immer mehr zum Trend geworden ist.

In der Kinder- und Jugendbuchhandlung beobachte sie, dass die Oberstadt vor allem im Winter wie leer gefegt sei. Bundesweit beträgt der Umsatz von Amazon im Jahr 2012 nach neuesten Zahlen alleine im Buchsektor 6,5 Milliarden Euro, dies ist weit mehr als Fachleute vermuten.

Nicht der Preis, aber die Bequemlichkeit ist der Grund

Demgegenüber steht die Verkaufszahl im deutschen Buchhandel im Jahr 2013 bei 9,5 Milliarden Euro inklusive Fachzeitschriften und dem wachsenden Anteil von eBooks. Nach Auskunft von Buchhändlern gibt es einen statistisch nicht untersuchten Anteil von Buchkäufern, die aus Solidarität mit den Buchhandlungen bewusst den Onlinehandel boykottieren.

Laut dem Buchpreisbindungsgesetz ist Internethändlern nicht erlaubt Bücher billiger anzubieten, daher gibt es keinen Wettbewerbsvorteil für Großanbieter. Offensichtlich ist der Beweggrund online zu bestellen, nicht der Preis, sondern die Bequemlichkeit oder das Tempo der Verfügbarkeit. 

Die Situation des Buchhandels ist nicht nur durch die mächtige Konkurrenz bedrohlich, sondern allgemein durch die viel zitierte Krise des Lesens.

Zum Kauferlebnis gehört auch das "Anfassen"

Diesem Negativtrend gegenüber bleibt das Lesezeichen nicht untätig und versucht, seine Kunden mit Sonderaktionen zurückzugewinnen. Neben Lesungen, Buchvorstellungen und Büchertischen in Schulen gibt es unter anderem noch das Marburger Lesefest, Bilderbuchkinos in Kindergärten, Mitmach-Aktionen rund ums Buch und eine Verbesserung im Service sowie der eigene Onlineshop mit Belieferung.

Bestellungen, die vor 17 Uhr im Buchladen getätigt werden, können am nächsten Morgen verfügbar sein. Zum Kauferlebnis gehört auch der haptische Aspekt.

Im Buchladen können die Bücher in die Hand genommen werden, die Kunden können stöbern, sich an Illustrationen erfreuen und neue Buchgestaltungsideen bestaunen. Für die Lesekultur insgesamt sei dieser unmittelbare Kontakt mit Büchern und Büchermenschen wahrscheinlich unverzichtbar und nicht durch den Onlinehandel zu ersetzen, so Buchhändlerin Antje Tietz.

von Eleni Rassidakis und Clara Driehsen, Klasse 8e, Elisabethschule Marburg


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