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Gymnasium Philippinum

Meine Meinung: G8 raubt Kindheit

Anfangs mag sich das alles gar nicht so schlimm anhören: Ein Jahr weniger, dafür ein paar Stunden mehr pro Woche. Soll heißen: Genau so viel Stoff wie vorher, nur weniger Zeit, um ihn zu verinnerlichen.

Lernen, lernen, lernen heißt es für die Schüler des G8.

© Birgit H. / Pixelio.de

Marburg. Der Haupteinführungsgrund für das G8 war der frühere Einstieg ins Berufsleben. Natürlich wurde bei dieser Entscheidung nur die Wirtschaft berücksichtigt. Die Situation der Schüler scheint dabei zweitrangig zu sein. Man verbringt den ganzen Tag in der Schule und sobald man zuhause ist, wird weiter gelernt, zum Beispiel für Arbeiten, Hausaufgaben werden gemacht und sollte der Stoff doch noch nicht sitzen, geht man zusätzlich zur Nachhilfe.

Zeit für sich selbst bleibt da kaum noch. Und ehe man sich versieht, muss man den Instrumentalunterricht oder die Sportstunden aufgeben, um genug Zeit für die Schule zu haben. Teilweise nimmt der Schulstress auch Wochenenden oder sogar Ferien, die eigentlich zu Erholung dienen, ein. Das G8 raubt uns die Kindheit.

Versagensängste und Burn-out

Aufstehen. Schule. Hausaufgaben. Schlafen. Das wird zum Alltag. Man hat das Gefühl, nur noch für die Schule zu leben. Das ist zu viel für einen Jugendlichen. Wir brauchen mehr Zeit für uns. Mehr Zeit, um uns mit Freunden zu treffen. Mehr Zeit, um unsere Hobbys auszuleben. Nicht nur dadurch macht sich die fehlende Zeit bemerkbar. Typische Stresssymptome, wie andauernde Müdigkeit und Kopfschmerzen treten auf.

Versagensängste oder sogar Burn-out oder Depressionen können daraus resultieren. Wenn es uns jetzt, in der Mittelstufe, schon so geht, wie soll es dann in der Oberstufe weitergehen? Natürlich betrifft das nicht auf jeden G8-Schüler. Aber es gibt viele, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Das deutsche Schulsystem ist durchaus noch verbesserungswürdig. Da ist die Wiedereinführung von G9 ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Schüler haben mehr Zeit für sich selbst und ihre Freizeitaktivitäten und sind entspannter.

von Anna Kulida, Klasse 8b, Gymnasium Philippinum Marburg


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