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Elisabethschule

Läuft man zukünftig noch in Marburg?

Bewohner und Touristen Marburgs sind gespaltener Meinung über die geplante Seilbahn. Schülerreporterin Sina Trottmann hat eine Umfrage in der Marburger Innenstadt zu dem Thema gemacht.

Per Seilbahn auf die Lahnberge? Viele Menschen in Marburg halten davon nicht viel.

© Thorsten Richter

Marburg. Die ersten Planungen einer Seilbahntrasse, die von Bürgermeister Dr. Franz Kahle ausgehen, gibt es schon seit 2008. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen über das neuartige Transportmittel, das die Marburger Innenstadt mit den Lahnbergen verbinden soll, lag nie ein klares Ergebnis vor. Ein weiteres aktuelles Thema ist der Oberstadtaufzug, der voraussichtlich laut Oberbürgermeister Egon Vaupel 2025 den Weg zum Schloss attraktiver gestalten soll.

Grund des späten Baues sei, dass der Fachbereich Physik mit seinen empfindlichen Experimenten von der Wegführung betroffen wäre. Zur Unterstützung investierte der 2014 verstorbene Dr. Reinfried Pohl vier Millionen Euro in die Stadt Marburg.

Mehrheit ist gegen den Bau der Seilbahn

Wir haben eine anonyme Umfrage im Bereich der Marburger Innenstadt gestartet, um die Bewohner nach ihrer Meinung zum Thema Seilbahn und Aufzug zu befragen. Insgesamt wurden 27 Personen befragt.

77 Prozent der Befragten sprechen sich gegen den Bau einer Seilbahn in Marburg aus. „Sie würde das ganze Stadtbild zerstören“, sagte eine ältere Dame. Dieses Argument war des Öfteren zu hören. „Außerdem können die Fahrgäste in die unter der Seilbahn liegenden Gärten schauen. Da hat man ja gar keine Privatsphäre mehr.“

Lieber bessere Busverbindungen als Seilbahn

Viele Bewohner waren auch der Meinung, dass dieses Personentransportmittel verschiedenste Konflikte hervorrufen könnte. „Wo sollen denn die ganzen Autos hin? Unsere Stadt müsste einen neuen Parkplatz vor der Seilbahn errichten lassen. Dadurch würde es auch gewisse Defizite geben. Unsere Steuergelder würden bei anderen ausbaufähigen Projekten fehlen“, so die Meinung einer jungen Frau.

Viele Bewohner machen sich auch Sorgen um mögliche Grünflächenabholzung und technische Probleme, vom Baulärm ganz zu schweigen. „Die Seilbahn wäre größer als der Spiegelslustturm. Es gibt genügend Busverbindungen in unserer Stadt. Wieso verbessert man die nicht, als nach neuen Anhaltspunkten zu suchen?“

Weniger Ampeln, mehr Kreisel

Die übrigen 23 Prozent jedoch waren da ganz anderer Meinung. „Langfristig wäre eine Seilbahn ökologisch besser als ein Bus oder Autos. Es gäbe keine Haltestellen und eine schnellere Möglichkeit die Uni oder das Krankenhaus zu erreichen“, so ein Student. „Mir ist das alles egal. Hauptsache die Bimmelbahn wird durch die Seilbahn abgeschafft. Dann hat sie wirklich was Gutes an sich“, äußerte sich ein Mann.

Eine weitere Frage hieß, welche Projekte die Bewohner für das viele Geld stattdessen realisiert gewusst hätten. „Unsere Straßen sind in einem katastrophalen Zustand. Da müsste mal wieder was gemacht werden. Außerdem sind in Richtung Rudolphsplatz viel zu viele Ampeln. Ich würde Kreisel bevorzugen“, so ein älterer Herr. Die Meinungen waren vielfältig.

Aufzug könnte Touristen anziehen

„Ich wäre für eine Tieflegung der Stadtautobahn. Sie passt einfach nicht gut zu Marburg. Oder man könnte der Strecke einfach einen Tunnel überstülpen und schon wäre das Problem gelöst“, sagte eine Studentin. Erwähnt wurden auch Kulturprojekte, mehr Unterstützung für das Theater, bessere Busverbindungen, soziale Wohngemeinschaften und die Umlegung der alten Bimmelbahnstrecke.

Gefragt wurden die Passanten auch, ob sie, wenn sie sich entscheiden müssten, eher den Oberstadtaufzug oder die Seilbahn erbauen lassen würden und ob die Stadt durch eine oder beide dieser Objekte ihrer Meinung nach populärer werden könnte. Zur ersten Frage sprach sich die Mehrheit mit 90 Prozent für den Aufzug aus. „Ein Aufzug würde das Schloss beleben und Touristen womöglich noch mehr anlocken.“

Seilbahn macht nicht für alle Sinn

Die meisten jedoch hätten am liebsten gar kein weiteres Transportmittel in der Stadt Marburg. „Für Studenten wäre es möglicherweise praktischer um zur Uni zu gelangen, wenn sie direkt vor der Seilbahn wohnen würden. Das kommt aber ganz auf die Lage drauf an.“ Viele Bewohner hätten es einfach lieber, die Busverbindungen würden verbessert werden. Zur Popularität gab es wieder geteilte Meinungen.

40 Prozent sprachen sich für die ansteigende Touristenanzahl durch den Aufzug aus und 10 Prozent denken es würde eher an der Seilbahn liegen. Die restlichen 50 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass keines der geplanten Transportmittel für mehr Besucher sorgen würde. „Ich denke schon, dass Marburg populärer werden könnte. Aber nicht durch die Seilbahn oder den Aufzug. Wohl eher für die vielen Proteste“, meint ein Mann lächelnd.

Von allen Befragten zu dem gesamten Thema äußerten sich 55 Prozent überhaupt nicht

von Sina Trottmann,  Klasse 8c, Elisabethschule Marburg


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