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Elisabethschule

Ein Tag in der HNO-Klinik

Paul Schmidt und Maxim Neuhaus verbrachten einen Tag in der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung des UKGM (HNO) in Gießen und berichten, was sie erlebt haben.

Gießen. Ein Notfall wird in die HNO-Abteilung eingeliefert. Ein etwa acht Jahre alter Junge hat sich schwer verletzt, denn er ist mit dem Fahrrad gestürzt und hat einen gefährlichen Luftröhrenabriss erlitten. Sofort müssen die Schwestern bereit sein und den Operationssaal vorbereiten. Dann wird der Chef-Chirurg herbeigerufen und es herrscht eine raue Stimmung in dem verschlossenen Zimmer.

Jetzt muss schnell gehandelt werden, die richtigen Entscheidungen müssen getroffen werden. Und keiner darf sich einen Fehler erlauben, sonst wird ein Mensch sterben! Olga Schmidt ist gelernte Operationstechnische Assistentin und Krankenschwester und leitet die HNO-Abteilung des UKGM am Standort Gießen. Ein normaler Tag für sie sieht so aus: Um 5:45 Uhr steht sie auf und um 7 Uhr ist sie im UKGM und zieht sich komplett um.

Operation kann bis zu zwölf Stunden dauern

Um 7:15 Uhr beginnt dann die richtige Arbeit. Jetzt ist Olga Schmidt als Leiterin in der HNO-Abteilung gefragt, denn sie teilt die Schwestern auf drei Säle auf. Pro Saal sind zwei Schwestern nötig. In den Sälen gibt es einen Sterilen Dienst (Instrumentierenden), der sterile Instrumente an den Arzt gibt und einen Unsterilen Dienst (Springer), der dem Sterilen außerhalb seines Radius alles, was nötig ist, anreicht.

Dann beginnt die erste Operation. Zuerst wird der Patient geholt und auf den Operationstisch umgelagert. Danach wird er in den Saal gefahren und er wird in die Narkose gelegt. In der Zwischenzeit bereiten sich die OP-Schwestern vor, das heißt: Instrumente richten, Geräte auf Funktionalität prüfen, dokumentieren und dann den Patienten lagern. Wenn alles bereit ist, wird der Chirurg gerufen und die OP beginnt.

Die Operationszeiten variieren zwischen 30 Minuten und zwölf Stunden. Nach der Operation entsorgt Frau Schmidt die schmutzigen Instrumente. Der Patient wird aus dem Saal gefahren und wieder umgelagert. Währenddessen kommen die Reinigungskräfte, die dann den Saal putzen.

Anstrengend, aber gutes Gefühl, Leben zu retten

Jetzt muss Olga Schmidt die Operation dokumentieren, damit auch in zehn oder 20 Jahren die Entscheidungen und Sterilität noch nachgewiesen werden kann. Direkt danach wird schon die nächste Operation vorbereitet. Da das sehr anstrengend ist, muss man versuchen, nach jeder Operation etwas zu trinken.

Um 15:45 Uhr ist der nervenauftreibende Tag geschafft. Einmal pro Woche hat Frau Schmidt Bereitschaftsdienst, muss also 24 Stunden in der Klinik bleiben und bereit sein, zusammen mit den Ärzten einen Notfall aufzunehmen und zu versorgen.

Auf die Frage, ob ihr der Beruf Spaß mache und ob er anstrengend sei, antwortet sie: „Natürlich ist es anstrengend, gerade wenn man den ganzen Tag vermummt stehen muss und auch, wenn man nichts falsch machen darf, aber du hast so ein Gefühl, dass du den Leuten hilfst und sogar Leben rettest, das macht Spaß. Man geht sehr zufrieden nach Hause.“

Die Auffassung, dass dieser Beruf gar nicht so anstrengend sei, ist falsch. Wenn es hoch kommt, hat Olga Schmidt am Tag bis zu zehn Operationen und wenn die Operationen dann auch noch lange dauern, muss sie bis zu 24 Stunden im Operationssaal stehen. 

Von Paul Schmidt und Maxim Neuhaus, Klasse  8a, Elisabethschule Marburg


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