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Elisabethschule

Die schmutzige Kehrseite des "sauberen" Stroms

Schülerreporterin Rowena-Roann Peter setzt sich kritisch mit den geplanten Windenergieanlagen auf dem Hemmerich in Lohra auseinander. Sie findet, dass die Bürger unzureichend informiert werden.

Lohra plant einen Windpark auf dem Hemmerich. Dass aber der Lebensraum von Luchsen und anderen Tieren gefährdet wird, scheinen wenige zu wissen.

© Nadine Weigel

Lohra. Im Zuge der Energiewende sollen auch in der Gemeinde Lohra Windenergieanlagen auf dem Hemmerich aufgestellt werden. Obwohl die Gemeinde keine finanziellen Mittel dafür aufwenden kann, setzt die Organisation Bürgerwind alles daran, Windenergieanlagen zu bauen. Die Stadtwerke Marburg rechnen mit einem sich nicht lohnendem Ertrag, weshalb sie nicht weiter in die Windenergie investieren wollen.

Anfragen an Bürgermeister Georg Gaul, weshalb er die Bevölkerung nicht vorab über die Gefahren einer solchen Anlage, wie zum Beispiel Infraschall, informiert habe, antwortete er, dies sei die Pflicht der Anlagenhersteller. Dennoch erhielten die Bürger der Gemeinde keine Informationen über die Auswirkungen des Infraschalls im menschlichen Körper.

Beeinhalten Anlagen Erdenmetall?

Physiker bestätigten, dass dieser niederfrequente Schall sich in alle Richtungen ausbreitet und das Gehirn jedweden Lebewesens in fremdgesteuerte Schwingungen versetzt, die schwere Erkrankungen zur Folge haben können, wie etwa das Wind-Turbine-Syndrom. Ebenso warnt der Fachverband für Strahlenschutz e.V., dass Infraschall nicht nur gefährlich für die Gesundheit sei, sondern auch kaum wirksame Isolierungsmaßnahmen zum Schutz bekannt seien.

Auf die Frage, weshalb es nicht bekannt wäre, ob in den Anlagen das seltene Erdenmetall Neodym verarbeitet werde, antwortete Gaul: "Diese Inhalte sind mir nicht bekannt." Pro Anlage wird bis zu einer Tonne dieses Metalls benötigt. Vorab wurde er darüber in Kenntnis gesetzt, dass Neodym vorwiegend in China unter anderem durch Kinderarbeit abgebaut wird, wobei während des Abbaus radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Luchse und Wildkatzen haben Revier auf dem Hemmerich

Diese haben bereits zur großflächigen Verseuchung des Trinkwassers in zwei Provinzen Chinas und dadurch auch zu schweren Erkrankungen der dort ansässigen Bevölkerung geführt. Die Organisation Greenpeace in China versucht seit Jahren verzweifelt Deutschlands Greenpeace davon zu überzeugen, dies der Bevölkerung mitzuteilen, doch Greenpeace verschweigt diese Information.

Auch war Gaul nicht bekannt, dass im Gebiet des Hemmerichs zwei Luchse und mehrere Wildkatzen ihr Revier haben. Durch eine großflächige Rodung, wie sie für Windenergieanlagen benötigt wird, müsste die Landschaft derart zerschnitten werden, dass ihnen die Lebensgrundlage genommen würde. Der Bürgermeister kenne das Avifaunistische Gutachten nicht im Detail und müsse sich erst darüber informieren.

Mindestabstand zu Wohnanlagen von 1000 Metern wird eingehalten

Auf die Frage, ob es Sinn mache, sich auf Artikel 2 des Grundgesetzes zu berufen und Schutz der Bevölkerung vor den drohenden Gefahren zu fordern, sagte Gaul, dass sich an den Mindestabstand der Vorgabe des Regionalplans Mittelhessen gehalten würde und eine Berufung auf das Grundgesetz nichts nütze, da das Gesetz ungebrochen bliebe.

Er führte aus, dass alle Bundesländer einen unterschiedlichen Abstand zu Wohnanlagen vorgeben und Hessen sich für diesen Mindestabstand von 1000 Metern entschieden habe. Dennoch fordert unter anderen die Ärztegemeinschaft Bad Orb wie auch zahlreiche andere Ärzte und sogar die Weltgesundheitsorganisation ein Minimum von 3000 Metern, zugunsten der schwächsten Glieder der Gesellschaft, der Kinder.

von Rowena-Roann Peter, Klasse 8c, Elisabethschule Marburg


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