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Gesamtschule Ebsdorfergrund

Das Ei als Zeichen der Fruchtbarkeit

Die kunstvolle Art die ­Ostereier zu verzieren, hat hier in der Region ­eine große Tradition. ­Unsere Schülerreporter berichten, wie sich diese bis heute entwickelt hat.
Sprüche werden in Sütterlinschrift mit heißem Bienenwachs auf die Eier gebracht. Die Eier werden, wie hier von Anna Rhiel, auf dem Erfurtshäuser Ostereiermarkt verkauft.Archivfotos: Dämmer/Richter

Sprüche werden in Sütterlinschrift mit heißem Bienenwachs auf die Eier gebracht. Die Eier werden, wie hier von Anna Rhiel, auf dem Erfurtshäuser Ostereiermarkt verkauft.Archivfotos: Dämmer/Richter

© Marianne Dämmer

Mardorf. Es gibt schon seit dem 17. Jahrhundert Berichte über reich verzierte Ostereier. Im 19. Jahrhundert wurde das bemalte und spruchverzierte Osterei von den Mädchen an ihre Burschen weitergeschenkt. Diese Tradition war über Hessen weit verbreitet und war nicht abhängig von der Religion.

In Mardorf und Erfurtshausen werden auch heute noch die mit Stahlfeder und heißem Bienenwachs verzierten Ostereier mit Batikfarbe bemalt und gefärbt. Die Sprüche auf den Eiern werden noch immer in Sütterlinschrift geschrieben. Es gibt jedoch nur noch wenige Ostereiermalerinnen.

Alte Motive besonders beliebt

In der Fastenzeit trafen sich früher die Mädchen des Dorfes um Eier zu malen. Das ­Bienenwachs war in einem Blechschälchen, und in einem Blumentopf waren glühende Kohlen. Die Burschen, die natürlich auch dabei sein durften, mussten die Kohlen anpusten. Dann wurden die Eier in heißer Kleiderfarbe gefärbt, und mit einem Tuch wurde das Wachs vom heißen Ei abgewischt.

Besonders alte Motive wie das Sonnenrad, das mit einer Stecknadel aufgebracht wurde, Brot und Wein oder Anker, Kreuz und Herz - das für Glaube, Liebe, Hoffnung steht - waren sehr beliebt. Jedes Ei wurde mit einem Spruch versehen. Wenn das Ei fertig gefärbt, bemalt und beschriftet war, wurde es mit einer Speckschwarte eingerieben, damit es schön glänzte.

Die Eier wurden dann am Ostermontag, wenn die Burschen nachts mit der Leiter kamen und an die Fenster ihrer Mädchen klopften, von diesen an ihren Liebsten verschenkt. Auch heute noch kommen in Erfurtshausen in der Ostermontagsnacht die Jungs zum „Leitern“. Heute bekommen sie statt verzierter Eier allerdings Schnaps.

Muster und Farben sind auch in der Tracht zu finden

Die Muster auf den Eiern sind überliefert und eng mit den Stickereien auf der Tracht verbunden. Die Ornamente und Muster wurden nie einfach nur kopiert, sondern entwickelten sich immer weiter in ihrem vorgegebenen Rahmen.

Heute wird das Wachs auf einer elektrischen Herdplatte erhitzt. Die traditionellen Farben, Blau, Grün, Rot, Braun und Schwarz, sind immer noch gleich und finden sich auch in der Tracht wieder. Wer jetzt neugierig geworden ist, der sollte sich am letzten Wochenende vor Ostern zum Erfurtshäuser Ostereiermarkt nach Mardorf begeben. Dort kann man auch die Herstellung der Kunstwerke betrachten.

Der 36. Erfurtshäuser ­Ostereiermarkt findet dieses Jahr vom 27. bis 29. März im Mardorfer Bürgerhaus statt. Weitere Informationen gibt es unter www.erfurtshaeuser-ostereiermarkt.de

von Salomé Schickund Jonas Stehling, 8G2,Gesamtschule Ebsdorfergrund


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