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Elisabethschule

Darf´s noch ein Gramm mehr sein?

In Deutschland wird mehr „gekifft“ als je zuvor, obwohl Cannabis nach wie vor verboten ist. Nach einem aktuellen Gesetzentwurf der Grünen soll sich das nun ändern.

Cannabis soll legalisiert werden. Foto: Oliver Berg

Marburg. Die Politik muss sich also wieder mit der Frage einer Legalisierung beschäftigen. In 23 Bundesstaaten in den USA ist Cannabis bis 2014 bereits legalisiert worden. In 2015 kamen Washington D.C. und die Bundesstaaten Alaska und Oregon hinzu. In Kanada wird Cannabis zur medizinischen Verwendung bereits seit 2003 durch den Staat an bedürftige Patienten ausgegeben.

Der Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes der Grünen sieht vor, dass Erwachsene bis zu 30 Gramm Cannabis kaufen oder drei Cannabis-Pflanzen anbauen dürfen. Der Verkauf soll mit „Beipackzetteln“ ausschließlich in staatlich zugelassenen Geschäften erfolgen. Andere Vertriebswege wie Versandhandel oder Verkauf an Automaten bleiben dagegen verboten.

Konsumanstieg sei nicht zu erwarten

Zur Begründung wird angeführt, dass Jugendliche durch das Verbot von Cannabis nicht von entsprechendem Konsum abgehalten würden. Die Konsumenten werden durch die Illegalität der weichen Droge in eine kriminelle Bahn gedrängt und kommen gerade so durch die verbotene Beschaffung eher in Kontakt mit harten Drogen. Gesundheitliche Folgeprobleme erhöhen sich, weil problematischer Konsum oft zu spät erkannt wird.

Studien würden außerdem zeigen, dass in Ländern, in denen Cannabisbesitz und Handel legal sind, der Konsum in etwa gleich bliebe. Ein Anstieg des Cannabisgebrauchs in Deutschland sei durch dieses Gesetz daher nicht zu erwarten. Das Bundesministerium für Gesundheit habe schon vor über zehn Jahren darauf hingewiesen, dass mehrere Gutachten Cannabis weniger gefährlich einschätzen würden als beispielsweise Alkohol.

Gewerkschaft der Polizei lehnt Legalisierung ab

Das Verbot gefährde vielmehr die Gesundheit der Bürger, da häufig verunreinigtes Cannabis auf den Markt komme und ein Verbraucherschutz wie bei anderen Lebensmitteln durch den Schwarzmarkt verhindert werde. Deshalb wäre die Qualität von Cannabis durch eine Legalisierung besser zu kontrollieren.

Trotz dieser Argumente ernten die Grünen auch Kritik für ihren Vorschlag. Die Gewerkschaft der Polizei lehnt eine derartige Freigabe entschieden ab. Gerade bei Jugendlichen könne der Konsum von Cannabis zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen. Es mache keinen Sinn, die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen. Die CDU und die SPD sind für eine Legalisierung grundsätzlich offen, halten den Vorschlag der Grünen aber für überzogen.

Legalisierung überwiegend skeptisch gesehen

Die CDU plädiert für eine bundesweit einheitliche Grenze von sechs oder sieben Gramm. Aus Sicht der SPD sollten zehn Gramm Cannabis für den Eigenbedarf straffrei bleiben. Angesichts der in Washington D.C. aktuell legalisierten 56 Gramm pro Person darf eine heiße Debatte in Deutschland erwartet werden. Hierzu wurde die Meinung im Landkreis ermittelt. Es wurden 20 Leute befragt, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Im Ergebnis wird die Legalisierung von Cannabis überwiegend skeptisch gesehen. Die jüngeren Befragten bis 30 Jahre allerdings halten Cannabis sogar für weniger schädlich als Alkohol und Zigaretten. Rund 80 Prozent der Befragten sind dafür, dass Cannabis für Patienten als Schmerzmittel verfügbar sein sollte.

Von Kristian Groß, Klasse 8b, Elisabethschule Marburg


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