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Freie Waldorfschule Marburg

Blutspender sind Lebensretter

Wie wichtig und zugleich einfach Blutspenden ist, ist mir erst richtig klar geworden, als ich die Möglichkeit hatte, einen ganzen Tag in der Blutbank des Uniklinikums Marburg zu verbringen.
Hell und freundlich kam Lina Sophie der Spenderaum vor. Sie begleitete dort Schwester Steffi und eine Person, die zum Blutspenden kam.Foto: Lina Sophie Breuer

Hell und freundlich kam Lina Sophie der Spenderaum vor. Sie begleitete dort Schwester Steffi und eine Person, die zum Blutspenden kam.

Marburg. Blutkonserven, die aus dem gespendeten Blut gewonnen werden, werden für Operationen gebraucht sowie für die Soforthilfe bei Unfällen. Auch für die Unterstützung der eigenen Blutherstellung bei verschiedenen Krankheiten, wird gespendetes Blut benötigt.

Die Spende ist unkompliziert für den Spender - jedoch lebenswichtig für den Empfänger. Die Blutbank befindet sich im Uniklinikum Marburg im Mutter-Kind-Zentrum auf der Ebene -2. Wer Blut spenden möchte, kann das montags, donnerstags und freitags von 8 bis 15 Uhr und dienstags und mittwochs von 12 bis 18 Uhr machen.

Schwester Steffi beantwortet alle Fragen

Für meinen Besuch habe ich Schwester Steffi den ganzen Tag begleitet. Sie hat mir alles erklärt und meine Fragen beantwortet. Um 8 Uhr sind einige Spender im Anmelde- und Wartebereich. Nacheinander werden die Spender aufgerufen. Ich begleite Spender A und erfahre, dass die Spender bei der Anmeldung ihren Personal- oder Reisepass mit einem Wohnsitz in Deutschland benötigen. Sie müssen mindestens 50 kg wiegen, mindestens 18 Jahre alt sein und müssen im Moment völlig gesund sein. Die letzte Blutspende sollte länger als acht Wochen zurückliegen.

Spender A wird von der Ärztin zur Untersuchung und zum Gespräch aufgerufen. Er wird eingehend untersucht und muss verschiedene Formulare über seine Lebensumstände und seinen Gesundheitszustand ausfüllen sowie Fragen der Ärztin beantworten, etwa ob er kürzlich eine Reise unternommen habe in ein Land, das mit einer akuten Epidemie zu kämpfen hat oder welche Krankheiten er habe oder gehabt hat. Auch die partnerschaftlichen Verhältnisse werden abgefragt, da es auch Krankheiten wie Aids oder Hepatitis gibt, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können.

Bei Spender A sieht die Ärztin keine Probleme und er darf in den hellen und freundlichen Spenderaum. Dort sind viele bequeme Liegen. Schwester Steffi begleitet ihn zu einer Liege und gleicht die persönlichen Kontaktdaten mit ihm ab. Diese sind verschlüsselt, nur als Nummer zu erkennen, die auf dem Blutbeutel aufgeklebt ist. So bleibt der Datenschutz gewahrt. Danach kontrolliert sie das Herz-Kreislauf-System durch Messen von Blutdruck und Puls. Auch die Temperatur wird festgestellt. Da bei Spender A alle Werte absolut in Ordnung sind, punktiert Schwester Steffi das Blutgefäß mit einer Nadel in der desinfizierten Armbeuge von Spender A. Das Blut fängt an zu laufen.

Der Beutel ist schnell voll

Zuerst werden zwei Röhrchen gefüllt, danach läuft das Blut in einen Beutel aus Plastik. Schwester Steffi und der Spender A unterhalten sich dabei und so vergeht die Zeit ganz schnell und der Beutel ist mit Blut gefüllt. Am Schluss sind etwa ein halber Liter Blut in dem Beutel und es hat etwa zehn Minuten gedauert. Spender A bleibt aber noch eine Weile auf der Liege, da es manchmal zu Kreislaufproblemen kommt.

Im Nebenraum stärkt er sich nach dem Aufstehen mit einem Getränk und einem Stück Kuchen. Die Ärztin rät ihm noch, dass er es heute vermeiden soll, Sport zu machen und keinen Alkohol trinken soll, da sein Körper erst das gespendete Blut wieder produzieren muss. Von der Anmeldung bis zu seiner Verabschiedung hat Spender A ungefähr 45 Minuten gebraucht.

Medizin auf Blutspenden angewiesen

Ohne den Einsatz von Blut wäre die heutige Medizin nicht möglich, so dass sie auf Spenderinnen und Spender angewiesen ist. Der Beutel mit Blut und die Röhrchen von Spender A kommen jetzt in das Labor nach Gießen. Dort werden erst die Röhrchen auf Krankheiten getestet. Sollten die Proben in Ordnung sein, wird die Blutspende weiterverarbeitet. Aus der Spende werden die verschiedenen Komponenten des Blutes gewonnen.

Zum einen die Blutkonserve, da diese aber nur sechs Wochen haltbar ist, ist das Krankenhaus auf regelmäßige Spenderinnen und Spender angewiesen. Die herausgefilterten Thrombozyten und das Plasma werden zur Behandlung von Gerinnungsstörungen eingesetzt. Da die Kontrollen sehr streng sind und die Hygienevorschriften genau eingehalten werden, ist Blut sehr sicher geworden.

Ich habe einen interessanten Tag erlebt, wobei mir bewusst wurde, dass Blut spenden nicht weh tut und in einer richtig netten und freundlichen Atmosphäre geschieht. Es ist aber so wichtig und kann tatsächlich Leben retten. Ich habe für mich entschieden, dass ich Blut spenden werde, sobald ich 18 Jahre alt bin.

von Lina Sophie Breuer, 9. Klasse, Freie Waldorfschule, Marburg


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