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Freie Waldorfschule Marburg

Blindenhündin Leena geht in Rente

Rita Schroll ist trotz ihrer Blindheit eine engagierte und lebensfrohe Frau, die mit ihrem Mann Harald Heyn und ihrer liebenswerten zwölf Jahre alten Blindenhündin Leena zusammenwohnt.

Blindenhündin Leena ist schon über zwölf Jahre alt. Aber auch in Rente darf sie bei ihrer Besitzerin Rita Schroll bleiben, die sie sehr gerne hat.

© Foto: Lilith Jacobs

Marburg. Rita Schroll ist es wichtig, dass die Leute sich über die Vor- und Nachteile eines Blindenhunds bewusst sind, bevor sie einen beantragen. So darf auch ein Blindenführhund nicht überall hin mitgenommen werden, Blindenhunde werden oft nicht gerne im Taxi gesehen. Trotzdem ist man mit einem Blindenhund einfach mobiler. Am Ende des Gesprächs sagt Schroll dann noch: „Leena hilft mir nicht mehr beim Führen, aber ich freue mich auch so, dass sie da ist.“

Die Blindenhündin gehöre einfach in die Familie und für Schroll und ihren Mann ist es selbstverständlich, dass die Hündin in ihren alten Tagen, obwohl sie nicht mehr führen kann, bei ihnen bleibt. Obwohl sie schon in wohlverdienter Rente ist, bleibt der Hund noch eine große Bereicherung.

Lilith: Seit wann haben Sie Ihren Blindenhund?
Rita Schroll: Ich habe Leena bekommen, als sie zweieinhalb Jahre alt war.

Lilith: Woher haben Sie Leena bekommen?
Schroll: Es gibt ganz viele Blindenführhund-Schulen, die guckt man sich im Internet an und entscheidet sich für eine. Dann beantragt man den Blindenhund bei der Krankenkasse. In der Regel beträgt die Wartezeit ungefähr zwei Jahre, weil der Andrang so groß ist.

Lilith: Was ist das Wichtigste bei der Auswahl eines Blindenhundes?
Schroll: Ein Hund muss zu dem blinden Menschen und dessen Lebensart passen. Bei mir war das so, dass der Hund, den ich eigentlich bekommen sollte, mit dem Zurechtfinden in vielen verschiedenen Städten überfordert gewesen wäre. Deswegen haben wir uns dann für Leena entschieden.

Lilith: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Blindenhund?
Schroll: Das übernimmt immer die Krankenkasse. Um die 21000 Euro kostet ein Blindenhund. Wir bekommen aber auch eine Pauschale für Spielzeug und Essen.

Lilith: Wie lange dauert die Ausbildung mit dem Hund?
Schroll: Die Ausbildung des Hundes dauert ein halbes Jahr. Danach übt man noch 14 Tage zusammen.

Lilith: Wie viele Kommandos beherrscht Ihre Leena?
Schroll: Leena kann ganz viele Kommandos, ungefähr 30, wie „links“, „rechts“ oder „such Box“ - dann zeigt sie mir einen Briefkasten - und „such Treppe“.

Lilith: Gab es anfangs Probleme mit Leena?
Schroll: Na klar. Normalerweise fühle ich links den Bordstein, aber wenn der Hund an der linken Seite ist, merke ich das nicht mehr. Man muss lernen, sich auf den Hund zu verlassen.

Lilith: Dürfen Blindenhunde in die Geschäfte mitgehen?
Schroll: Im Prinzip ja. Leena hat eine Kenndecke, wenn sie die an hat, ist sie als Blindenführhund gekennzeichnet und darf mit in die Geschäfte. Aber in manchen Lebensmittelgeschäften stehen die Waren zu niedrig. Ob Leena den Kopf hebt oder senkt und etwas isst, kann ich als blinder Mensch nicht immer sofort mitbekommen.

von Lilith Jacobs, 9. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg


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