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Freie Waldorfschule

Bamberger: „Das Freizeitangebot ist sehr vielfältig“

Schüler Niklas Euler hat im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Marburg mit dem CDU-Kandidaten Dirk Bamberger gesprochen.

Dirk Bamberger engagiert sich seit seiner Jugend bei der Feuerwehr und ist Musiker. Im Juni will er Oberbürgermeister werden.

© Thorsten Richter

Marburg. Dirk Bamberger nimmt Stellung zu kostenlosem Wlan, Marburgs Freizeitangebot und dem Schulsystem.

Schüler: Wie kam es, dass Sie sich neben Ihrem Beruf als Sparkassenbetriebswirt in der Politik engagiert haben?

Dirk Bamberger: Bislang habe ich mich in der Kommunalpolitik in der sprichwörtlich „zweiten Reihe“ engagiert, weil mir durch Beruf und Ehrenamt schlicht die Zeit gefehlt hat. Seit meiner frühen Jugend engagiere ich mich in der Feuerwehr und als Musiker sowie in sozialen Bereichen. Gleichwohl habe ich mich für die Belange der Menschen, die in der Oberstadt leben, im sogenannten vorpolitischen Raum eingesetzt.

„Ich möchte kostenloses Wlan an belebten Plätzen“

Schüler: Gibt es etwas, was Sie in der Stadt Marburg verändern oder erreichen wollen?

Bamberger: Oh ja, da gibt es vieles - deswegen trete ich ja letztendlich auch an. Ich müsste an dieser Stelle intensiv auf mein Wahlprogramm eingehen, aber das dürfte den Rahmen dieses Interviews wohl sprengen. Ich möchte an den besonders belebten Plätzen in der Stadt auch kostenlose Wlan-Hot-Spots zur Verfügung stellen. Vor allen Dingen sollte aber nicht das übliche „Klein-Klein“ das politische Tagesgeschäft bestimmen, sondern eher Weitsicht.

Schüler: Wie schätzen Sie die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung von Jugendlichen in der Stadt Marburg ein?

Bamberger: Marburg hält für Kinder und Jugendliche ein vielfältiges Freizeitangebot bereit. Neben den Angeboten der Stadt und der Schulen, sind es vor allem die Vereine und Organisationen, die ein breites Angebot zur Verfügung stellen.

Schüler: Würden Sie die Freizeitmöglichkeiten gegebenenfalls noch erweitern?

Bamberger: Wie gesagt, das Freizeitangebot halte ich für sehr vielfältig. Wenn ich einen Bedarf übersehen sollte, dann bin ich für diesbezügliche Hinweise sehr dankbar. Wir sollten jedoch bedenken, dass es nicht wenige Kinder und Jugendliche gibt, die aus den unterschiedlichsten Gründen diese Angebote gar nicht wahrnehmen können.

Diesen jungen Menschen bleibt die Teilhabe an unserer Gesellschaft verwehrt. Hier bedarf es großer Anstrengungen, ihnen diese Teilhabe zu ermöglichen. Aus meinem jahrelangen Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit kenne ich diese Herausforderung nur allzu gut.

„Politiker sind beim Schulsystem doppelzüngig“

Schüler: Was halten Sie von dem heutigen Schulsystem an staatlichen Schulen? Zum Beispiel von Ganztagsschulen oder auch Privatschulen?

Bamberger: Unser Schulsystem funktioniert, weil ein breites Angebot zur Verfügung steht. Allerdings muss man auch feststellen, dass wir weltweit Schulsysteme finden, die besser funktionieren. Neben der Fragestellung, welches Bildungsniveau wir zu vermitteln in der Lage sind, ist auch hier wieder die Frage zu stellen, wie es gelingen kann, Kinder und Jugendliche aus den angeblich bildungsfernen gesellschaftlichen Schichten Chancen auf eine gute Bildung zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang gibt mir allerdings die Doppelzüngigkeit so mancher Politiker zu denken, die in mir Zweifel auslösen, ob sie tatsächlich für die Chancengleichheit im Bildungsbereich stehen. Einerseits sich als Lobbyist der Gesamtschulen aufzuschwingen und das übrige Schulsystem zu geißeln, andererseits die eigenen Kinder jedoch in eine Privatschule zu schicken - das passt nach meinem Dafürhalten nicht zusammen.

Schüler: Wie stehen Sie zu dem Thema Flüchtlinge in Deutschland und welche Maßnahmen kann man konkret durchführen, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen?

Bamberger: Unsere Gesellschaft muss den aktuellen Zustrom von Flüchtlingen aushalten können. Menschen, die aufgrund von Krieg, Terror oder Verfolgung nach Hessen kommen, müssen wir von Seiten des Landes und der Kommunen beistehen. Sei es durch würdige Unterkunft, Verpflegung oder medizinische Versorgung.

Wir müssen aber auch versuchen, diese Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren. Hier ist jeder Einzelne von uns gefordert. Viele sind bereits Fachkräfte oder wollen es werden. Etliche Berufszweige suchen händeringend nach geeignetem Personal. Hier seien nur die Pflegeberufe erwähnt. Die Erfolgsgeschichte „Vom Flüchtling zur Fachkraft“ halte ich in Deutschland und auch in Marburg für möglich und darauf könnten wir alle stolz sein.

von Niklas Euler, 9. Klasse, Freie Waldorfschule Marburg

[Peter Gassner]

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