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Elisabethschule Marburg

Ausschlafen steigert die Leistung

Studien zeigen, dass genügend Schlaf wichtig für Konzentration und Lernfähigkeit ist. Für Teenager, die um 8 Uhr unterrichtet werden, ist es biologisch gesehen noch mitten in der Nacht.
Ein sechsjähriges Mädchen liegt in ihrem Bett und schläft. Schlafforschern zufolge könnte ein späterer Schulbeginn einigen Schülern helfen, ausgeschlafener in die Schule zu gehen.

Ein sechsjähriges Mädchen liegt in ihrem Bett und schläft. Schlafforschern zufolge könnte ein späterer Schulbeginn einigen Schülern helfen, ausgeschlafener in die Schule zu gehen.

© Patrick Pleul

Marburg. Schlafforschern und Chronobiologen zufolge gibt es verschiedene Chronotypen: einmal die Frühaufsteher und zum anderen die Spät-zu-Bett-Geher. In den Niederlanden wurde bei Studien deutlich: Je früher Klausuren geschrieben wurden, desto schlechter war der Klassendurchschnitt. Bei den „Eulen“-Typen, die spät zu Bett gehen, war es besonders schlimm. Erst gegen Mittag hat die Chronotypenzugehörigkeit keinen Einfluss mehr auf die Noten.

Deswegen fordern Schlafforscher, wie unter anderem Thomas Kantermann, einen späteren Schulanfang. Allein die Verschiebung von 8 Uhr auf 8.30 Uhr scheint zunächst keinen großen Unterschied zu bedeuten. Aber Pilotprojekte wie zum Beispiel an der St. George’s High School in Middletown/Rhode Island zeigen, dass bei einem Beginn um 8 Uhr nur ein Sechstel von 201 amerikanischen Neuntklässlern acht Stunden geschlafen haben, eine halbe Stunde später erreichten dies die Hälfte der Schüler.

Frau C., eine jüngere Lehrerin an der Elisabethschule, sagt, sie merke auch an sich selbst, dass sie nach 9 Uhr wacher sei, und hätte nichts dagegen, wenn die Schule etwas später anfangen würde. Eine weitere Lehrerin mit zwei Kleinkindern würde die Verschiebung des Schulbeginns um eine halbe Stunde nicht stören, aber sie sagt: „Wacher ist nicht unbedingt dis­ziplinierter“. Da die Schüler morgens noch müder sind, machten sie nicht so viel Unsinn wie in späteren Stunden.

Späterer Beginn in England

Erfahrungen aus England belegen, dass die Schüler zum Schulbeginn meist aufnahmebereiter sind als in Deutschland. Dort fängt die staatliche Secondary School (eine Gesamtschule) um 8.50 Uhr an und dauert täglich für alle Schüler im Alter von 11 bis 17 Jahren bis 15.30 Uhr. Der Berufsverkehr verteilt sich damit ebenfalls auf einen größeren Zeitraum, sodass es weniger Staus gibt. Die Eltern haben dadurch zudem eine Sicherheit, dass ihr Kind täglich zuverlässig betreut wird, was für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtig ist. Eltern, die selbst um 7 oder 8 Uhr aus dem Haus müssen, können ihre Kinder früher zur Schule schicken.

Aber Probleme gibt es in Deutschland nicht nur morgens, sondern auch nach der Schule. Schüler haben teilweise einen sehr strikten Zeitplan. Das Sporttraining vieler Schüler liegt oft zeitnah zum Schulschluss und eine Achtklässlerin erzählt, sie müsse ihren Geigen­unterricht verschieben. Sie fände es härter, Arbeiten in der ersten Stunde zu schreiben als später am Tag, und plädiert, wie viele ihrer Mitschüler, für einen Schulbeginn um 8.30 Uhr. So könnte man eventuell auch in Deutschland mit einem späteren Unterrichtsbeginn Jugendlichen helfen.

von Florian Stuchtey, 8e,Elisabethschule Marburg

[Peter Gassner]

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