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Stadt oder doch lieber Dorf?

Elisabethschule Marburg Stadt oder doch lieber Dorf?

Stadt oder Dorf? Beides hat Vorteile, das wissen auch unsere Schülerreporter und haben sich auf die Suche nach Vor- und Nachteilen des Landlebens gemacht.

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Das Leben auf dem Land ist ruhig, wie hier die Schafe bei Großseelheim zeigen, hat aber auch Nachteile.Foto: Miriam Preussner

Quelle: Miriam Pruessner

Marburg. Viele Familien stellen sich die Frage, ob sie auf das Dorf oder in die Stadt ziehen sollen. Wo liegen die Vorteile auf dem Dorf? Das Landleben ist ruhig und sicher und es bietet schöne Natur. Im Gegensatz zur anonymen Stadt kennt hier noch jeder jeden. Statt in der Stadt Miete zu zahlen, kann man sich auf dem Land preisgünstig ein Haus oder Grundstück kaufen. Für die Kinder gibt es mehr Platz zum Spielen und deutlich weniger Autoverkehr.

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Je weiter entfernt von der Stadt, desto schlechter wird die Versorgung. Es fehlt an Läden, Arbeitsplätzen und Freizeiteinrichtungen. Schlechte Verkehrsverbindungen und weite Wege zur Schule oder Arbeitsstelle sind zeitraubend. Ein Rettungswagen braucht im Notfall lange, das Krankenhaus ist weit entfernt.

Wegen geringerer Einkommen gibt es immer weniger Ärzte auf dem Land. Nach einer Untersuchung der kassenärztlichen Vereinigung Hessen hatten im Jahr 2011 im Landkreis Marburg-Biedenkopf über die Hälfte der 158 Hausärzte ihre Praxis in der Kreisstadt. Damit ist Marburg überdurchschnittlich gut versorgt. Aber im hessenweiten Durchschnitt kommen in Breidenbach oder Biedenkopf über 60 Prozent mehr Patienten auf einen Arzt. Patienten aus Angelburg oder Breidenbach müssen schon heute über 22 Kilometer zum nächsten Facharzt fahren.

Vor allem Jüngere verlassen das Dorf wegen der zunehmend schlechten Bedingungen. Dies bewirkt eine zunehmende Anzahl älterer Bewohner und das Problem verlassener Dörfer. Berechnungen des Statistischen Landesamtes Hessen ergeben, dass dieses Problem auch im Kreis Marburg-Biedenkopf zunimmt. Um zwei Drittel wird die Zahl der über 65-Jährigen zwischen den Jahren 2006 bis 2025 auf 58000 Rentner steigen, während sich gleichzeitig die Anzahl der unter 20-Jährigen um 23 Prozent auf 39000 Personen verringert. Es wird also immer weniger Jüngere und immer mehr Ältere geben.

Bessere Möglichkeiten auf dem Land sollen das Problem stoppen. Mit dem Projekt „Initiative Breitband im Kreis Marburg-Biedenkopf“ wurde schon ein Problem gelöst. So konnten die Stadt Marburg und der Landkreis in den letzten fünf Jahren über 95 Prozent aller Unternehmen und Haushalte mit Internetanschlüssen von mindestens 25 MBit bis in die entlegensten Orte versorgen.

Förderprogramme des Kreises unterstützen außerdem die ländlichen Gemeinden bei der Dorferneuerung und auch in der Umsetzung eigener Ideen. 225000 Euro wurden im Jahr 2015 in fünf verschiedene Projekte investiert. Im Rahmen des europäischen LEADER-Programms sollen in den nächsten fünf Jahren weitere 1,4 Millionen Euro in das Marburger Land fließen. Um das Dorf auch in Zukunft für jüngere Leute lebenswert zu machen, muss noch viel daran gearbeitet werden.

von Nils Spannagel und Salah Kouraitebi, Klasse 8e, Elisabethschule Marburg

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