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Ferienwohnungen Konzepte gefordert

Die Umwandlung und Nutzung von Wohnungen als Ferienapartments in Marburg soll gestoppt werden. Im Bauausschuss stimmten alle Mitglieder für einen Antrag der Marburger Linken.

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Über die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen ist in Marburg in den vergangenen Wochen eine Debatte entbrannt. Foto: Björn Wisker

Marburg. „Es sollen nicht mehr Wohnungen in Ferienwohnungen umgewandelt werden“, sagte Tanja Bauder-Wöhr (Marburger Linke) im Bauausschuss zur Begründung des Antrags ihrer Fraktion. Der Antrag war auf Anregung von Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) vom Sozialausschuss in den Bauausschuss überwiesen worden. Denn es gehe dabei im Kern eher um baurechtliche Fragen, erläuterte Kahle.

„Die Rechtslage ist eindeutig, aber die Rechtswirklichkeit hat sich wegen der Angebote im Internet verändert“, betonte der Marburger Baudezernent. Grundsätzlich sei es nicht erlaubt, Wohnungen in Ferienwohnungen umzuwidmen. Dies gelte beispielsweise für Wohnungen in reinen Wohngebieten oder in großen Gebäuden mit Eigentumswohnungen.

Es gebe allerdings bei diesem Thema auch eine rechtliche Grauzone, sagte Kahle. Wenn beispielsweise ein Student für drei Monate ins Auslands gehe und für diese Zeit seine Wohnung untervermiete, gelte das noch nicht als Ferienwohnungs-Nutzung. Erst wenn das Ganze gewerblichen Charakter habe und die Wohnung dann auch im Internet angeboten werde, gebe es rechtliche Probleme. In Marburg sei die Bauaufsicht bisher in Einzelfällen tätig geworden. Wenn es einen Anfangsverdacht der unrechtmäßigen Nutzung einer Wohnung als Ferienwohnung gebe, dann müsse die Bauaufsicht prüfen, ob eine bauordnungswidrige Nutzung vorliege.

Kahle betonte aber, dass der Magistrat ein grundsätzliches Interesse daran habe, dass es in Marburg neben einem ausreichenden Wohnungsbestand und genügend Hotelzimmern auch ausreichend Ferienwohnungen gebe. Denn Letztere würden beispielsweise bei Tagungen in Marburg zusätzlich benötigt.

Fraktionsübergreifend waren die Ausschuss-Mitglieder sich einig, dass in der Angelegenheit Handlungsbedarf besteht und stimmten dem leicht modifizierten Antrag der Marburger Linken einstimmig zu. Darin heißt es, dass das Stadtparlament die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen und die damit einhergehende Zweckentfremdung von Wohnraum ablehne und das Land Hessen auffordert, ein Konzept gegen eine solche Zweckentfremdung von Wohnraum zu erstellen.

Tagungsstandort stärken

Zudem solle der Magistrat darüber berichten, welche Möglichkeiten die Stadt Marburg sieht, in ihrem Zuständigkeitsbereich eine weitere Zweckentfremdung dieser Art zu verhindern. Auch solle der Magistrat die verwaltungstechnischen Voraussetzungen schaffen, „für ausreichende Wohnmöglichkeiten“ bei zeitlich begrenztem Aufenthalt von Wissenschaftlern oder Geschäftsleuten zu sorgen. Dieses solle in Zusammenarbeit mit der Universität und lokalen Unternehmen geschehen, um Marburg als Tagungs- und Forschungsstandort zu stärken. Auslöser für die Debatte ist die Nutzungsuntersagung des Ferienwohnungs-Komplexes „Schlossblick“ in der Cappeler Straße (die OP berichtete).

Das 16 Touristen-Apartments zählende Haus ist im Sommer nach Bewohner-Beschwerden in den Fokus der Bauaufsicht geraten. Die Behörden hatten daraufhin die Weiterführung der Anlage ab Jahresende verboten. Die Verwaltung hat auf OP-Nachfrage indes angekündigt, abseits der „Schlossblick“-Anlage andere Tourismus-Apartment-Standorte nicht zu überprüfen und bis zu einer in Aussicht stehenden Neuregelung der Bundes- und Landesgesetze auf Nutzungsuntersagungen zu verzichten. Die Schlossblick-Eigentümer erwägen daher eine Klage auf Gleichbehandlung vor Gericht.

von Manfred Hitzerothund Björn Wisker

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