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Zwischen Tradition und neuer Kreation

1. Entscheidung ist gefallen Zwischen Tradition und neuer Kreation

Es waren wunderbare Geschichten, die sich am vergangenen Samstag um die Menüs der zwei Kandidaten-Teams der OP-Küchenstars rankten und 70 Gäste und Kochliebhaber fesselten.

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Robert Höcker und Claus Waldhüter haben ein Dessert kreiert, das die Jury überzeugt hat. (Von links) „Vinopolio“-Weinhändler Pietro D‘Alto, Zuschauer-Jurorinnen Ingeborg Krüger und Renate Weitzel, Kandidaten Ruth Neebe, Margaret Staude, Claus Waldhüter und Robert Höcker, Bertram Dörr mit Töchtern und Mutter von „Küchen Dörr“, Koch im „Dombäcker“ Ulrich Schulist und Franziska Wagner von der Oberhessischen Presse. Foto: Chrissanthi Nikolakudi

Von Chrissanthi Nikolakudi
Die beiden Nachbarinnen Ruth Neebe und Margaret Staude, die zum ersten Mal bei den Küchenstars dabei waren, kochten ein Gericht aus ihrer Kindheit. Ein Gericht, das mit vielen Erinnerungen verbunden ist, das Großfamilien und viele Gäste zusammen an einen Tisch führte und vor allem auch alle satt machen konnte. Das Kartoffelscharlet – ein aufwendiger Auflauf aus geriebenen Kartoffeln, Haferflocken und Schinkenspeck. „Bei dem Essen ist mir noch nie einer hungrig vom Tisch aufgestanden“, sagte Margret Staude stolz. Das Rezept wurde nur mündlich überliefert und meist von Mutter zu Tochter  weitergegeben. Zum Glück hat Margaret Staude es aufgeschrieben – und so fand diese mit Paniermehl und Butter überzogene  Köstlichkeit den Weg zum OPKochwettbewerb mit dem Motto: „Alles Tolle aus der Knolle.“

Eigene Kreationen
Dieses Motto nahmen die dreifachen Teilnehme der Küchenstars Claus Waldhüter und Robert Höcker sehr ernst. In jedem ihrer drei
Gänge fand die Kartoffel auf verschiedene Zubereitungsarten Erwähnung – ob als Waffel in der Vorspeise, mit Salzkruste im Hauptgericht oder als Parfait im Dessert – die zwei kreativen Küchenköpfe hatten den etwa 70 Zuschauern im Küchenstudio Dörr zu jeder ihrer Kreation eine Geschichte zu erzählen. Die Vorspeise hat Robert Höcker aus einem Schottlandurlaub bis nach Stadtallendorf getragen, die Kartoffel aus Meersalzkruste  hat der ein oder andere Mallorca-Besucher vielleicht schon mal gekostet.
Ursprünglich werden sie in Meerwasser gekocht – vor Ort mussten die beiden Freunde auf Meersalz zurückgreifen, in Wasser auflösen und die kleinen Kartoffeln darin kochen, bis die gewünschte Kruste entsteht. Aber wie verarbeitet man die Knolle als Süßspeise? Diese Frage löste Claus Waldhüter mit seiner „Frau und Muse bei einem Glas Rotwein“. Es entstand die Idee eines Kartoffel-Vanille-Parfaits mit Olivenöl, Meersalz und Mandeln.

Ein knapper Sieg
Dass diese Eigenkreation ganz ausgezeichnet schmeckte, bescheinigte auch die Jury. „Das war das Highlight des Tages“, staunte Juror und Küchenchef des Dombäcker in Amöneburg. Waren die Nachbarinnen und die erfahrenen Küchenstars- Teilnehmer in Punkten nach Vorspeise und Hauptgericht noch gleich auf, hat das ausgefallene Dessert von Robert Höcker und Claus Waldhüter alles verändert – mit schließlich 124 zu 116 Punkten konnten sie den Wettbewerb für sich entscheiden. „Aber auch die Damen, die beide immerhin knapp 70 Jahre sind, haben ganz große Klasse gekocht. Als würden sie so etwas jeden Tag machen“, lobte Ulrich Schulist. Den nächsten Finalisten, der am 21. September gegen Waldhüter und Höcker kochen muss, ermittelt eine Jury am 31. August.

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