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Wohnraum schaffen hat mit Teilen zu tun

Thema der Woche Wohnraum schaffen hat mit Teilen zu tun

Mehr Wohngeld, mehr Zuschüsse für den sozialen Wohnungsbau, Wiedereinführung der Eigenheimzulage: Auch in Berlin wird heftig über die richtigen Hebel für die Schaffung von mehr günstigem Wohnraum nachgedacht.

Marburg. In Marburg, so viel steht fest, wird es in der Innenstadt - sozialer Wohnungsbau hin, Eigenheimzulage her - keine allzu rege Neubautätigkeit geben: Es gibt dafür so gut wie keine freien Flächen mehr. Ja, es wird auch in Marburgs Zentrum gebaut werden. Aber nein, das reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Es ist deswegen gut, dass sich inzwischen ein Runder Tisch um die Frage Gedanken macht, wie günstiger Wohnraum auch jenseits von Neubauten geschaffen werden kann. Die Auftaktveranstaltung am Montag lieferte erste Ideen - aber die Zeit drängt. Bereits im Wintersemester braucht die Stadt deutlich mehr Wohnraum als bisher.Stadtteile attraktiver zu machen ist ein Weg. Das wird aber im Prinzip nichts daran ändern, dass Wohnungen in der Stadtmitte auch in zehn Jahren noch weitaus gefragter sind. Wenn sie denn bezahlbar sind.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in den aktuellen Haushalt 1,5 Millionen Euro eingestellt, um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch Privatleute zu fördern. Noch diesen Monat soll die Stadtverordnetenversammlung die Förderrichtlinien beschließen - und dann wird es konkret werden: Ist es finanziell attraktiv für einen Privatmann, seine (zu) große Wohnung zu teilen, etwa ein Studentenzimmer abzutrennen. Wird es vielleicht interessant, zu renovieren und einen Untermieter aufzunehmen?

Für Marburg gibt es wenig Alternativen zu dem eingeschlagenen Weg. Ob er gelingt, hängt aber nicht in erster Linie von der Qualität irgendwelcher Förderprogramme ab, sondern im Kern von der Frage: Sind wir bereit zu teilen? In diesem Fall: attraktiven Wohnraum zu teilen? Ein Bewusstsein für diese Notwendigkeit zu schaffen - das ist sicher eine der vornehmsten Aufgaben für die Politik in diesem Jahr.

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