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Schamlos ausgenutzt

Thema der Woche Schamlos ausgenutzt

Gefälschte Kontoauszüge, frisierte Bilanzen, Lügengeschichten: Ein Schatzmeister, der die Kassen plünderte statt sie zu hüten. Die Vorwürfe gegen den Kassierer des Wirtschaftsjunioren ...

Marburg. ...und des Fördervereins des Landschulheims Steinmühle wiegen schwer. Viele fragen sich einmal mehr: Wie konnte das passieren? Der Fall erinnert an den Veruntreuungsskandal in der Stadtverwaltung. In beiden Fällen nutzten - wenn der Verdacht stimmt - vertrauenswürdige Bürger wohl über viele Jahre hinweg das ihnen entgegengebrachte Vertrauen schamlos aus. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Kriminelle Energie bahnt sich ihren Weg, weil sie Schlupflöcher findet. Wie im städtischen Fall kommen dennoch viele kritische Fragen auf, die im Zuge einer transparenten Aufklärungsarbeit gestellt werden müssen. Warum fiel keinem etwas auf? Warum machten jene, die vielleicht ein mulmiges Gefühl hatten, nicht vernehmlicher den Mund auf? Gab es kein Vier-Augen-Prinzip? Mögliche Antworten: Kassierer zu sein, ist kein begehrtes Ehrenamt. Man will keinen Freiwilligen verprellen. Erst recht niemanden, der schließlich auch mit den Finanzen anderer Vereine betraut ist. Die meisten Vereinsmitglieder sind Laien, keine Steuer- oder Verwaltungsprofis. Das unterscheidet den Vereins-Fall von dem des betrügerischen Beamten. Der Schaden ist schon materiell hoch. Zudem ist viel Vertrauen und Harmonie zerstört worden. Die Schule wird sich von ihrem Förderverein strukturell und personell distanzieren. Sie fürchtet um ihr Image. Diese Angst sollte unbegründet sein.

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