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„Rechts“ ist oft auch in der Mitte

Standpunkt „Rechts“ ist oft auch in der Mitte

So ekelerregend manche Liedtexte in den heimlich von Thomas Kuban gefilmten Konzerten auch sind. Und so groß der Schock über die Morde der Terrorzelle NSU war: Rechtsextremismus beginnt nicht erst dort. Diese Gefahr nimmt ihren Anfang oft auch direkt „unter uns“, in der Mitte der Gesellschaft

Marburg. Mit Stammtischsprüchen beim Feierabendbier oder an der familiären Kaffeetafel. Mit Jugendlichen, die mal testen wollen, wie es ist, ein Hakenkreuz zu schmieren oder im Schutz der Dunkelheit auf der Straße „Heil Hitler“ zu brüllen. Es kann das spontan angestimmte Nazilied in der alkoholgeschwängerten Luft der Dorfkirmes sein und manchmal auch der Drang, anders aussehende oder denkende Menschen anpöbeln oder verprügeln zu wollen.

All das geschieht selten ganz unbemerkt, aber es passiert - auch in Marburg und Umgebung. Entscheidend ist, ob man es sehen will - und ob man handelt. Gegen Sprüche des Stammtischbruders zu argumentieren, kann die Stimmung verderben. Wegen eines ins rechte Milieu abdriftenden Nachbarsjungen Streit mit den Eltern zu riskieren ... sich alkoholisierten „Halbstarken“ in den Weg zu stellen ... Allein ist das keine Option. Doch bislang finden sich bei uns, ob Dorf oder Stadt, stets genügend Menschen, die bereit sind, gemeinsam rechtem Gedankengut und Gewalt die Stirn zu bieten. Bleiben wir wachsam, damit das so bleibt.

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